11. Oberkasseler Kulturtage: 45 Veranstaltungen an zehn Tagen

11. Oberkasseler Kulturtage : 45 Veranstaltungen an zehn Tagen

Jazz und Chor, Rock und Gospel, Gemälde und Geschmeide, Theater und Tanz - der Beueler Süden bietet vom 27. September bis 6. Oktober wieder für alle Kunst- und Kulturrichtungen Platz zur Bewunderung und zur Teilnahme. Die 11. Oberkasseler Kulturtage mit fast 50 Einzelveranstaltungen stehen vor der Tür.

"Wir haben wirklich für jeden Geschmack etwas dabei", sagt Klaus Großjohann, einer der ehrenamtlichen Organisatoren und Moderatoren der Veranstaltungsreihe. Ein Blick in das aufwendig und kunstvoll gestaltete Programmheft zeigt eine Fülle an Terminen, die Kulturfreunde begeistern werden.

Aber von vorne: Seit 1995 organisieren engagierte und kulturbegeisterte Bürger aus Oberkassel im Zweijahres-Rhythmus die Kulturtage. "Uns hilft bei den Vorbereitungen natürlich, dass sich die hochkarätige Qualität der Veranstaltungen herumspricht und viele Künstler - auch von außerhalb Bonns - sich bei uns melden, weil sie mitmachen wollen", erklärt Großjohann.

Seit neun Monaten ist das achtköpfige Team mit den Vorbereitungen beschäftigt, und seit den Sommerferien sind alle Planungen abgeschlossen. "Wir könnten sofort loslegen", erklärt Musik-Koordinator Tom Hanusch.

Was die Besucher der Kulturtage erwartet, ist weit mehr, als eine übliche 7000-Seelen-Gemeinde auf die Beine stellt. "Dass im Rahmen unseres Programms beim Schulfest des Ernst-Kalkuhl-Gymnasium Bands auftreten ist ein typisches Beispiel dafür, dass wir alle Institutionen des Ortes in die Organisation mit einbeziehen", sagt Großjohann. Dazu gehören natürlich auch die Kirchengemeinden, die Raum bieten für Konzerte.

"Vor allem das traditionelle Gospelkonzert in der Großen Evangelischen Kirche ist immer bis auf den letzten Platz besetzt", kündig Tom Hanusch an. Aber auch Improvisationstheater, Lesungen, Kabarett und viele Kunst-Ausstellungen füllen das bunte Programm. Dabei ist bemerkenswert, dass alle Künstler auf ihre Gagen verzichten.

Die Veranstaltungsräume stehen kostenlos zur Verfügung, und die Ladenbesitzer erheben keine Standgebühren für die Ausstellung von ganz unterschiedlichen Kunstwerken und selbst gefertigtem Schmuck. Eisdielen, Privathäuser, Boutiquen und sogar ein Dachdeckerbetrieb - alle machen mit. "Barrierefrei" bedeutet in Oberkassel: Zuschauer und Besucher müssen nirgendwo Eintritt zahlen. Spenden in den bereitgestellten Sammeltöpfen und -hüten sind allerdings willkommen.

Zwölf Tage kostenfreie und doch hochkarätige Kultur und Kleinkunst pur - das macht den Oberkasselern so leicht niemand nach. "Obwohl es schon Nachahmer in der Region gibt", wie die Organisatorin der Kulturmeile Rosi Lindner sagt. Aus Siegburg kam sogar die Anfrage, ob man mit Tipps zur Seite stehen würde. Das macht die Organisatoren fast so stolz wie die Tatsache, dass sie auch in diesem Jahr wieder einen renommierten Schirmherren finden konnten.

Wolfgang Grießl, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, ist "als Oberkasseler stolz darauf, dass es gelungen ist, mit dieser Veranstaltungsreihe hier im Ort eine Tradition zu begründen".

Blick ins Programm

Die offizielle Eröffnung geht am Sonntag, 28. September, Am Buschhof, über die Bühne und ersetzt das Straßenfest, das aus organisatorischen Gründen ausfällt. Neben dem Gospelkonzert am Mittwoch, 2. Oktober, locken besonders die Mitsingveranstaltung zu Arbeiterliedern am Montag, 30. September, und von Songs aus aller Welt am Freitag, 4. Oktober. Die Realsatire "Björkö und Tanger" am 30. September ist ein ernstes Stück Vorgeschichte zum Ersten Weltkrieg. Ein Höhepunkt wird sicherlich die Uraufführung der Oberkassel-Hymne sein, die das Vocal-Ensemble MamaMia am Sonntag, 29. September, erstmals zum Besten gibt.

Das komplette Programm gibt es auf www.oberkasseler-kulturtage.de. Hier finden sich auch Rufnummern der Organisatoren, eine Übersicht der Künstler auf der Kulturmeile und ein Fotoarchiv.