Bäume in Beuel falsch gepflanzt: 39 Kiefern müssen fallen

Bäume in Beuel falsch gepflanzt : 39 Kiefern müssen fallen

Die Baumkommission empfiehlt eine schnelle Abholzung der Nadelhölzer am Friedhof. Vor rund fünf Jahrzehnten sind sie zu dicht gepflanzt worden, das führt zu statischen Problemen.

38 Schwarzkiefern und eine Waldkiefer am Beueler Friedhof sollen wegen einer vor rund 50 Jahren getroffenen Fehlentscheidung gefällt werden. Besagte Bäume stehen in einer Reihe entlang der Gerhardstraße, und sie hätten nach Ansicht von Experten eigentlich nie so eng gepflanzt werden dürfen.

„Ein völlig falscher Standort“, sagt der Vorsitzende der Baumkommission, Karl Wengenroth, und findet, „dass die Fällaktion längst überfällig ist“. Einstimmig hat die Baumkommission ihre Empfehlung an die Beueler Bezirksvertretung gegeben. „Das sind Null-Chancen-Bäume“, so Wengenroths Urteil. Er bestätigt damit die Einschätzung der Verwaltung.

„Damit kein falscher Eindruck entsteht. Es ist längst nicht so, dass die Verwaltung von uns einen Persilschein bekommt, wenn Bäume gefällt werden sollen. Wir sind die Guten, die Baumfreunde“, sagt er. Sie lägen häufiger im Clinch mit der Verwaltung. Aber in diesem Fall sei die Sache eindeutig. Da die Bezirksvertretung in der Regel der Empfehlung der Baumkommission folgt, dürfte das Schicksal der Kiefern in der Sitzung am nächsten Mittwoch besiegelt werden.

Laut Verwaltung stehen die Kiefern mit Stammumfängen zwischen einem und zwei Metern zu eng zusammen. „Dadurch ist die Mehrzahl inzwischen stark fehlentwickelt.“ Daraus resultieren statische Mängel. Teils haben sich auf dünnen Stämmen ausladende Kronen entwickelt. Teils haben sich Zwiesel ausgebildet oder große Teile sind abgebrochen.

Wengenroth beobachtet „seit Jahren das Phänomen, dass Kiefern in hiesigen Breiten nicht mehr so wachsen wie früher“. Die Nadeln der Jahrestriebe seien sichtbar reduziert. Der städtische Baumkon-trolleur hat die einzelnen Bäume bewertet.

Das Urteil ist buchstäblich vernichtend. Elf Kiefern bekamen ein Mangelhaft. 20 ein Ausreichend. Laut Verwaltung müssen die mit mangelhaft bewerteten Bäume unbedingt noch in diesem Winter entfernt werden. Allerdings würden die verbleibenden Kiefern dadurch so freigestellt, dass auch sie nicht mehr erhalten werden können. Traurige Wahrheit: „Baumgruppen, die unter solch ungünstigen Bedingungen aufgewachsen sind, werden als Schicksalgemeinschaft bezeichnet“, belehrt die Verwaltungsvorlage.

Doch bereits im Frühjahr sollen als Ersatz 18 heimische Laubbäume wie Feldahorn, Hainbuche und Stiel-Eiche gepflanzt werden. Es ist vorgesehen, die neue Baumreihe mit Wild- und Ziergehölzen wie etwa Kornelkirsche zu ergänzen.

Karl Wengenroth: „Die Fällaktion ist ein positiver Eingriff des Menschen in die Natur. Sie dient der Sicherung einer intakten Umwelt und die alten werden durch neue Bäume ergänzt, die für die Umwelt wertvoller sind.“

Über die Fällung der Bäume beschließt die Bezirksvertretung in ihrer Sitzung am Mittwoch, 26. Oktober, ab 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Beueler Rathauses.

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