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Ansturm auf Kommunionkleidung: 35 Anzüge und 30 Kleider wechselten den Besitzer

Ansturm auf Kommunionkleidung : 35 Anzüge und 30 Kleider wechselten den Besitzer

Langschläfer gingen am Sonntag leer aus: Bereits nach einer guten halben Stunde waren auf dem Kommunionkleider-Basar im Pfarrzentrum Sankt Adelheid die meisten Anzüge und Kleider vergriffen.

Für zwei Stunden hatte die Katholische Frauengemeinschaft Sankt Adelheid das Pfarrzentrum am Sonntagvormittag zum Verkauf geöffnet, doch die meisten Kinder waren mit ihren Eltern bereits pünktlich zum Einlass da, um sich für ihren Festtag passend einzukleiden. "Wir mussten schon die Türen festhalten, so groß war der Ansturm", berichtete Birgit Roth, Erste Teamsprecherin der Katholischen Frauengemeinschaft Sankt Adelheid.

35 Anzüge und 30 Kleider hingen nach Größen sortiert auf den Kleiderständern. Wenige Stunden zuvor waren sie im Pfarrheim abgegeben worden. "Das Entgegennehmen ist die meiste Arbeit. Wir schreiben von jedem auf, wie viel er für das Kleid oder den Anzug haben möchte", sagte Roth.

Die vorherigen Besitzer legten den Preis selbst fest, einige Stunden später kamen sie wieder, um entweder den Betrag abzuholen oder die Kleidung wieder mit nach Hause zu nehmen. Viele von ihnen nahmen sogar eine längere Anfahrt in Kauf. "Eine Dame kam extra aus Köln hierher, um Kleidungsstücke loszuwerden", erzählte Roth.

Wer entlang der Kleiderständer schlenderte, stellte schnell fest, dass beim Angebot auf dem Secondhand-Basar kein Unterschied zu neuen Kleidungsstücken zu erkennen war - kein Wunder, wurden die meisten Kleider und Anzüge doch nur einmal getragen.

Auch Silvia Rickert war begeistert von dem "großen, super sortierten Angebot": Ihr Sohn Jakob (8) und sein Freund Yannik (9) waren sehr schnell fündig geworden. "Ich hatte vor einer Woche zu Hause einen Anzug anprobiert, der war aber unbequem und zu groß", meinte Jakob und freut sich ebenso wie Yannik, den neuen schicken Anzug bald zur Kommunion tragen zu dürfen.

Große Vorfreude auch bei Alina: Die Achtjährige besuchte den Basar im Pfarrzentrum zusammen mit ihrer Großmutter. Er war die erste Adresse, die die beiden angesteuert hatten. "Ich kannte das von meiner Schwägerin, die war in Holzlar auf solch einem Basar", berichtete Alinas Großmutter Martina Engels. Die Suche nach dem passenden Kleid erwies sich für Alina als leichtes Unterfangen: Gleich das erste passte, nur die Schuhe waren noch nicht so bequem.

Eine der vielen Helferinnen eilte jedoch sofort herbei und brachte Alina ein anderes Paar. "Diese Schuhe sind viel schöner", sagte das Mädchen freudig. Doch etwas fehlte Alina noch: "Jetzt will ich noch was für die Haare", rief die Achtjährige und steuerte zielstrebig auf den Stand mit dem Haarschmuck zu.

Wenige Minuten später standen Alina und ihre Großmutter in einer langen Schlange an der Kasse. Währenddessen trudelten noch ein paar Langschläfer ein. Doch die Auswahl war deutlich geringer als zur Öffnung des Basars eine halbe Stunde zuvor. Beim nächsten Mal heißt es: Früher aufstehen.