Beueler Nostalgiesitzung: 2000 Euro für die Kinderstadt Mini-Beuel

Beueler Nostalgiesitzung : 2000 Euro für die Kinderstadt Mini-Beuel

Die Karnevalisten haben jetzt den Erlös der ersten Beueler Nostalgiesitzung für die Kinderstadt Mini-Beuel gespendet. 2000 Euro kommen dem Sommerferien-Projekt auf dem Gelände der Jugendfarm zugute.

„Wenn es eine Wiederholung geben sollte, ist Ina als Büttenrednerin gesetzt“ – da ist sich Hans Hallitzky sicher. Der Erfolg der ersten Beueler Nostalgiesitzung lässt eine Neuauflage durchaus wahrscheinlich erscheinen und der Chef der Stadtsoldaten sieht Obermöhn Ina Harder, die ihren zugesagten Auftritt krankheitsbedingt verpasst hatte, ganz oben auf einer möglichen Rednerliste.

Das neue Karnevalsformat, das gemeinsam von den Beueler Stadtsoldaten, der Nepomuk-Stiftung und dem General-Anzeiger ins Leben gerufen worden war, hatte offenbar den Nerv der Beueler getroffen. Warum? Jetzt konnten sich Katrin Birkhölzer und Michael Schuster von der Kinderstadt Mini-Beuel über eine Spende in Höhe von 2000 Euro freuen: 1600 Euro waren nämlich bei der komplett ausverkauften Veranstaltung am 1. Februar im Zeughaus der Karnevalisten zusammengekommen und das Stadtsoldatencorps hatte den Betrag dann aufgestockt.

1600 Euro Einnahmen aus einer Veranstaltung, die keinen Eintritt gekostet hat? Wie das möglich ist, erklärte Stadtsoldaten-Kommandant Hallitzky: „Wir haben alle Gäste gebeten, einen von der Ordensfabrik Bley entworfenen und von der Sparkasse Köln-Bonn gesponserten Sticker zu kaufen“, erinnert er sich: Der Preis habe mindestens fünf Euro betragen und wie man an den Einnahmen sehe, müssen die meisten der etwa 200 Jecken wohl etwas tiefer in die Tasche gegriffen haben. „Das hat uns die Entscheidung leicht gemacht, noch mal 25 Prozent drauf zulegen“, sagte Kommandant Hans Hallitzky.

Aber natürlich ging es bei der Nostalgiesitzung neben dem guten Zweck auch um rheinisches Kulturgut: Unter dem Motto: „Rettet die Büttenrede“ stand an dem Abend im Februar der klassische Karneval mit Büttenreden, Tanz und kölscher Musik im Vordergrund. „Was für uns als Veranstalter besonders erfreulich war: Alle Akteure sind ohne Gage aufgetreten, weil ihnen unsere Nostalgie-Idee so gut gefallen hat“, sagte GA-Redakteur Holger Willcke.

Sie freue sich um so mehr, als sie eigentlich erst nach der Veranstaltung von ihrem Glück gehört habe, so Birkhölzer. „Ich bin – sagen wir es mal vorsichtig – allenfalls eine Gelegenheitskarnevalistin und finde es einfach toll, dass die Jecken für unser Projekt so tief in die Tasche gegriffen haben“, so die Leiterin des Vereins „Kleiner Muck“, der gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde, der Katholischen Jugendagentur und der Jugendfarm für Mini-Beuel verantwortlich zeichnet. Die Kinderstadt ist eine thematische Ferienaktion, bei der Kids im Alter von sieben bis zwölf Jahren alle zwei Jahre die Möglichkeiten einer Stadt im Kleinformat erproben. Dazu sei man dringend auf Spenden angewiesen, so Birkhölzers Kollege Schuster.

Und da haben die Erlöse der Karnevalsveranstaltung mit traditionellen Rednern und Akteuren schon gewaltig geholfen, sind sich Birkhölzer und Schuster einig: Der ehrenamtliche Pressebeauftragte der Mini-Stadt ist Student der Sozialpädagogik und im Gegensatz zu Birkhölzer Vollblutkarnevalist: „Wenn es eine Wiederholung der Sitzung gibt, sind wir auf jeden Fall dabei“, sagt er abschließend und schaut seine Kollegin herausfordernd an.

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