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Parlamentarische Patenschaftsprogramm: Beethoven-Gymnasiastin tritt Stipendium in kleinem Ort in Texas an

Parlamentarische Patenschaftsprogramm : Beethoven-Gymnasiastin tritt Stipendium in kleinem Ort in Texas an

Eine lange Reise ist am Donnerstag Isabelle Schappert angetreten: Die 15-Jährige vom Beethoven-Gymnasium flog in die USA, um dort ein zehnmonatiges Stipendium zu absolvieren.

Allein die Anreise klingt schon nach einem kleinen Abenteuer: Nach einem zweitägigen Aufenthalt in Washington fliegt die Jugendliche weiter nach Houston, von dort setzt sie die Reise mit einem Kleinjet fort, der sie in die texanische Stadt Killeen bringen wird. Dort wird sie von ihrer Gastfamilie abgeholt, die mit ihr Richtung Liberty Hill fahren wird.

In dem kleinen Dorf wird Isabelle die High School besuchen. Die Schule mit 750 Schülern befindet sich in einer sehr ländlichen Gegend, hat ein großes Einzugsgebiet - und auch auf Isabelle wartet ein längerer Anfahrtsweg. "Ich werde etwas außerhalb wohnen, ein paar Meilen vom Dorf entfernt", berichtet sie. Entweder der Schulbus oder ihre Gastfamilie wird sie jeden Tag zur Schule bringen.

Mit ihren Gasteltern ist die Schülerin seit einigen Monaten in Kontakt: In regelmäßigen E-Mails hat man sich ausgetauscht. Nun freut sich Isabelle, ihre Gasteltern, bei denen sie auch die Weihnachtsfeiertage verbringen wird, endlich kennen zu lernen. Auch auf ihre High School ist Isabelle gespannt.

In einem Vorbereitungsseminar wurde sie über das amerikanische Schulleben informiert: "In Texas ist vieles anders, hat man uns gesagt". Das Schulleben sei dort lockerer, zum Beispiel werde sie nur sieben statt wie in Bonn 14 Fächer haben. Besonders freut sich die 15-Jährige auf das große Schulsportangebot - auch wenn sie befürchtet, dass ihre Lieblingssportart Schwimmen etwas zu kurz kommen könnte.

Ermöglicht wurde Isabelle, Schülerin mit einem Notendurchschnitt von 1,0, das Stipendium durch das Parlamentarische Patenschaftsprogramm: Das vom Deutschen Bundestag und vom Kongress der USA geförderte Austauschprogramm finanziert die Flüge sowie den Aufenthalt in Washington, während ihre Gasteltern bereits seit Jahren Schüler unentgeltlich aufnehmen.

In welchem Staat Isabelle ihr USA-Stipendium absolvieren würde, hatte sie erst im Juni erfahren: Der gemeinnützige Bonner Verein "Experiment" hatte den Aufenthaltsort, auf den Isabelle keinen Einfluss hatte, zusammen mit der amerikanischen Partnerorganisation CIEE ausgewählt: "In große Städte wollten sie uns wegen der hohen Kriminalitätsraten nicht schicken", erklärt Isabelle.

Eine Reise nach Dallas wird die Schülerin zusammen mit ihren Gasteltern sicherlich dennoch unternehmen: Dort wohnen die Großeltern ihrer Gastfamilie. Und die haben einen Swimmingpool.