Regenschauer fordert Spontanität der Veranstalter: Zweites Dîner en Blanc in Bad Godesberg

Regenschauer fordert Spontanität der Veranstalter : Zweites Dîner en Blanc in Bad Godesberg

Godesberger verlegen wetterbedingt ihr „Weißes Dinner“ in den Trinkpavillon. Wachtberg feiert bei Sonnenschein und die Bewohner der Amerikanischen Siedlung erst am Sonntag.

Die weißen Luftballons, die den Aufstieg zum Trinkpavillon zierten, wurden kurz vor Beginn des zweiten Dîner en Blanc des Vereins „Bürger.Bad.Godesberg“ am Samstagabend mit Tüchern schnell wieder trocken gewischt. Geplant war es auf der Wiese gleich neben dem Trinkpavillon ganz in Weiß gekleidet zu speisen, doch ein starker Regenschauer gegen 17 Uhr forderte Spontanität von den Veranstaltern: „Draußen wäre es natürlich schon schöner gewesen“, findet Sabine Koehne-Kayser, Vorstandsmitglied des Vereins. Doch das unstete Wetter veranlasste die Organisatoren, die Veranstaltung nach drinnen zu verlegen.

Im Pavillon warteten Stühle und Tische mit weißen Tischdecken im Trockenen auf die Gäste des stilvollen Picknicks. Frank Oppermann begleitete musikalisch durch den Abend. „Für mich ist es eine hervorragende Möglichkeit, mich vorzustellen“, erklärte der singende Schauspieler. Oppermann ist einer der Bewerber, der das Kleine Theater in Bad Godesberg übernehmen möchte. Simon Below begleite ihn am Klavier.

Während Oppermann und Pianist Simon Below sich warmsangen, füllte sich der Pavillon. Die Tische wurden liebevoll eingedeckt. Auf dem Tisch des Ehepaars Schmechel machte eine Speisekarte im silbernen Rahmen Appetit. „Wir haben unser Menu zusammen ausgewählt und auch zusammen gekocht“, erzählten Robert und Rosemarie Schmechel. Die Knoblauchrahmsuppe transportierten das Ehepaar, damit sie auch schön warm bleibt, in der Thermoskanne zum Pavillon.

Dinner wird gelobt

Außerdem auf der Speisekarte: Entenbrust und Baiser mit Rosenwasser-Sahne. „Vor einigen Jahren haben wir schon mal bei einem Dîner en Blanc mitgemacht“, so Rosemarie Schmechel. Als das Paar dann in der Zeitung vom Diner beim Trinkpavillon gelesen habe, haben sie sich sofort angemeldet. Sie schätzen besonders die Gespräche und die einmalige Atmosphäre, die auch im Innern des Trinkpavillons wunderbar gewesen sei.

Rosemarie Hick, ebenfalls Gast des Dîners en Blanc, freute sich sogar über die Verlegung nach drinnen: „Ich bin so zugempfindlich“, erklärte sie. Hick war zum ersten Mal bei einem „Weißen Dinner“ dabei, doch die edle Anmutung habe sie sofort überzeugt. Das große Angebot mit gleich drei Dîner en Blanc in Godesberg und Wachtberg an einem Abend lobte die 88-Jährige: „Die Plätze sind ja begrenzt“, machte Hick deutlich. So könnten mehr Menschen an dem Dîner ihrer Wahl teilnehmen.

Villiprott verzichtet im nächsten Jahr auf weiße Kleidung

Auch in Villiprott auf dem alten Spielplatz störte der Dîner en Blanc-Boom niemanden: „Es war wirklich reiner Zufall, dass unser Diner am gleichen Abend stattfindet“, erklärte Claudia Roskosch, die gemeinsam mit Jill Heine das Picknick organisierte. „Wir hatten schon viel davon gehört und wollten es einfach mal ausprobieren, um so das Dorf nochmal zusammen zu bekommen“, erklärte Roskosch. Wer mitmachen wollte, konnte ganz in Weiß gekleidet kommen und Tisch, Stühle, Geschirr, Besteck und Dekoration mitbringen.

Auch für das Menü sorgten die Teilnehmer beim „Weißen Dinner“ in Villiprott selbst. „Bei uns gab es Knoblauchsuppe, Hühnerfrikassee und eine weiße Torte zum Schluss“, erzählte die Organisatorin. Es sei eine Herausforderung gewesen, auch das Essen dem Motto anzupassen. Die Stimmung unter den etwa 50 Villiprottern und Niederbachemern war gut, die Kinder durften trotz weißer Kleidung auf dem Spielplatz toben, und auch das Wetter spielte mit. „In Wachtberg scheint eben immer die Sonne“, war mehr als einmal zuhören. Im nächsten Jahr wollen die Villiprotter wieder einladen. Auf die weiße Kleidung soll aber verzichtet werden.

In der Amerikanischen Siedlung Plittersdorf ist das Picknick schon Tradition. Das vierte Dîner en Blanc musste jedoch wegen des Regens auf den Sonntagabend verlegt werden. „Es sind immerhin etwas mehr als 35 Plittersdorfer erschienen“, so Rolf Fischer, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins „Rettet die Amerikanische Siedlung Plittersdorf“.

In den Jahren zuvor waren mehr als hundert Menschen in die Siedlung gekommen. Der Journalist Don Jordan, bekannt aus Werner Höfers Internationalem Frühschoppen und dem Presseclub, kam trotz Verschiebung. Er ist Mitglied der Bürgerinitiative und verpasste bisher kein Dîner in der Siedlung.

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