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Nach Insolvenzantrag: Zukunft der Stadthalle in Bad Godesberg ist ungewiss

Nach Insolvenzantrag : Zukunft der Stadthalle in Bad Godesberg ist ungewiss

Der Betreiber der Stadthalle in Bad Godesberg hat Insolvenz angemeldet. Betroffen davon sind 56 Mitarbeiter. Die vorläufige Insolvenzverwalterin macht die Corona-Pandemie mitverantwortlich dafür. Doch es gibt auch einen entscheidenden weiteren Grund.

Wie es mit der Stadthalle weitergeht, nachdem Pächter Thomas Weiermann Insolvenz angemeldet hat, steht nach wie vor in den Sternen. In den vergangenen Tagen hat sich Rechtsanwältin Nada Nasser, die zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt worden ist, ein Bild von der wirtschaftlichen Situation und den Zukunftsaussichten gemacht. „Die Stadt Bonn als Eigentümerin, mit der ich mich in enger Abstimmung befinde, muss jetzt entscheiden, wie es mit der Stadthalle weitergehen soll“, stellt Nasser fest.

Der Wunsch, sie als Stätte für Tagungen, Messen, Kultur, Brauchtum und Vereine zu erhalten, sei bereits laut geworden. Auch gebe es Stimmen für die Fortführung des Restaurants, fasst die Rechtsanwältin zusammen. Von der Insolvenz sind 56 Mitarbeiter betroffen. Die Arbeitsentgelte seien durch das Insolvenzgeld für einen Zeitraum von drei Monaten gesichert.

Von der Insolvenz sind 56 Mitarbeiter betroffen

„Die bei dem Pächter vorgefundene Liquidität ist nicht annähernd ausreichend, um die Zeit der Schließung zu überstehen“, so Nasser. Daran würden auch staatlich geförderte Kredite nichts ändern. Denn: Fast alle bestehenden Buchungen für die erste und die zweite Jahreshälfte seien storniert worden, „sodass faktisch mangels Umsätzen auch keine positive Fortführungsprognose konstatiert werden kann“. Die wirtschaftlichen Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hätten den letzten Ausschlag gegeben, so Nasser. Allerdings sei die Situation auch vorher schon angespannt gewesen. „Das hat unter anderem auch daran gelegen, dass sich die Stadthalle Bad Godesberg in einem Zustand befindet, der umfangreiche Sanierungen erforderlich macht.“

Das Votum über die künftige Nutzung des denkmalgeschützten Ensembles soll am 23. April im Hauptausschuss fallen. Und nicht, wie zunächst von der Verwaltung vorgeschlagen, per Dringlichkeitsentscheidung. Der Grund: Die Tourismus und Congress GmbH hat im Auftrag der Stadt drei Varianten zur künftigen Nutzung der Stadthalle vorgelegt. Die Verwaltung präferiert die zweite, die unter anderem die Nutzung des Trinkpavillons als Restaurant vorsieht. Hätten sich CDU und FDP mit der Prüfung dieses Vorschlags arrangieren können, wollten SPD, Grüne, Linke und Bürger Bund Bonn kein grünes Licht geben.