Radstation geplant: Zu wenig Platz für Fahrräder in Bad Godesberg

Radstation geplant : Zu wenig Platz für Fahrräder in Bad Godesberg

In Godesberg fehlt es an Abstellplätzen für Fahrräder. Daher sollen 116 weitere Ständer installiert werden, hinzu kommen 180 in der geplanten Station am Bahnhof.

Wer mit dem Fahrrad in die Bad Godesberger Innenstadt fährt, wird es schwer haben, einen freien Radständer zu finden. Nicht nur in der Fußgängerzone, auch an anderen Stellen wie dem Bahnhof sind viele Abstellmöglichkeiten überfüllt. Einige Radfahrer haben den Eindruck, dass die Zahl der vorhandenen Ständer nicht ausreicht. Neue müssen her, so die einhellige Meinung.

Eine Einschätzung, die die Stadt Bonn teilt. Seit 2010 habe man in Bad Godesberg zwar "314 Abstellplätze für Fahrräder geschaffen", sagt Markus Schmitz vom städtischen Presseamt auf GA-Anfrage. Aus Sicht der Verwaltung aber reiche das noch nicht aus. Daher, so der Presseamtsmitarbeiter, sei geplant, bis 2020 insgesamt 116 weitere im Stadtbezirk zu installieren. "Hinzu kommen 180 im geplanten Radparkhaus", teilt Schmitz mit.

Dieses soll, wie berichtet, in der ehemaligen Klangstation unterkommen, die dafür umgebaut werden muss. Dort soll es neben den Stellplätzen auch einen Servicebereich mit dazugehöriger Werkstatt geben. War dies im Vorfeld zunächst nicht angedacht, soll nun auch eine öffentliche Toilette mit in die Planungen aufgenommen werden. Diese gibt es im Bahnhofsgebäude nämlich nach wie vor nicht - trotz langwieriger Sanierung.

So könnte die Radstation in Bad Godesberg aussehen. Geplant sind 180 Stellplätze (Animation). Foto: J. VOIGTLÄNDER

2015 hatte der Rat die Verwaltung zum ersten Mal mit der Planung einer Radstation in Bad Godesberg beauftragt. Im sogenannten Bike & Ride-Konzept der Stadt war ein Bedarf von etwa 200 Stellplätzen festgestellt worden. Die Deutsche Bahn allerdings wollte das Projekt zunächst nicht an der Vorderseite des Bahnhofs, sondern im Bereich des Von-Groote-Platzes sehen. Mittlerweile aber hat der Konzern seine Zustimmung zur Umnutzung der ehemaligen Klangstation gegeben.

Die Kosten für den Umbau betragen in etwa 660 000 Euro, wobei die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent, also 462 000 Euro, beim Land Nordrhein-Westfalen beantragen kann. Das ist laut Schmitz mittlerweile geschehen. "Der Bescheid wird für 2020 erwartet", so der Presseamtsmitarbeiter.

Ist die Radstation am Bahnhof noch Zukunftsmusik, verbessert sich die Abstellsituation an der Haltestelle Wurzerstraße schon bald. Ab Montag, 28. Oktober, wird dort eine Bike & Ride-Anlage gebaut. "Die alten, beschädigten Fahrradständer werden durch neue ersetzt und erhalten eine Überdachung", teilt die Stadt mit. Die Bügel, die dort installiert werden, sind doppelseitig nutzbar "und bieten deshalb mehr Rädern Platz als bislang". Ist alles fertig, was voraussichtlich Ende November der Fall sein wird, stehen laut Stadt 24 Stellplätze zur Verfügung.

Räder, die an den alten Ständern angeschlossen sind, müssen bis Montag entfernt werden. "Ansonsten werden sie auf den städtischen Bauhof abtransportiert", so die Stadt. Dieser befindet sich an der Brühler Straße. Dann können sie montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr abgeholt werden. In der Regel werden die Räder rund drei Monate lang im Bauhof eingelagert, sagt Markus Schmitz auf GA-Anfrage. "Fahrräder, die nicht abgeholt werden, sind fast ausnahmslos nicht mehr nutzbar und werden dann entsorgt", erklärt der Presseamtsmitarbeiter. Sollte doch ein "gutes Rad" dabei sein, "wird es dem Fundbüro übergeben".

Wie wichtig es ist, geeignete Abstellmöglichkeiten zu haben, zeigt auch ein Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik. Denn Vorderradhalter zum Beispiel schützen nach Einschätzung des ADFC kaum vor Diebstählen, da das Rad schnell entfernt und weggetragen werden kann. Die Drahtesel sollten mit zwei hochwertigen Schlössern immer am Rahmen angeschlossen werden. Die Bonner Polizei rät, Räder codieren zu lassen und weist auf ihre kostenlose Fahrradpass-App hin. 2018 registrierten die Beamten übrigens 3175 Fahrraddiebstähle. In diesem Jahr entspannt sich die Lage ein wenig. Laut Sprecher Michael Beyer sind die Zahlen (Stand Ende drittes Quartal 2019) leicht rückläufig.

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