Besuch in der Al-Ansar-Moschee: Zeichen für Verständigung und Zusammenhalt

Besuch in der Al-Ansar-Moschee : Zeichen für Verständigung und Zusammenhalt

Bürgermeister Reinhard Limbach (CDU) hat am Freitag anlässlich der „Internationalen Wochen gegen Rassimus“ die Al-Ansar-Moschee in Bad Godesberg besucht. In einem Grußwort richtete er sich an die zum Freitagsgebet versammelte Gemeinde.

Im Beisein des Imams Abdelkader Zaim und Vertretern des Marokkanischen Kulturvereins, der die Moschee betreibt, trug er sich anschließend ins Gästebuch des Gotteshauses ein. In seinem Grußwort warnte Limbach vor einer wachsenden Islamfeindlichkeit in der Gesellschaft, die er auf das Erstarken rechtspopulistischer und rechtsradikaler Parteien zurückführte.

Viele Bürgerinnen und Bürger verbänden den Islam mit Extremismus und Gefahr, ohne dabei zu bedenken, dass die überwältigende Mehrheit der Muslime seit Jahrzehnten friedlich in diesem Land lebe. Solchen Vorurteilen wolle die Stadt Bonn entgegenwirken und ein Zeichen für Verständigung und Zusammenhalt setzen: „Deshalb bin ich heute hier“, bekräftigte Limbach.

Bürgermeister Limbach betonte, wie wichtig die gegenseitige Bereitschaft sei, aufeinander zuzugehen. Er würdigte die Verdienste des Kulturvereins um den Dialog mit nicht-muslimischen Bürgern und anderen Religionen. Als Beispiele nannte er den alljährlichen Tag der offenen Moschee, die Beteiligung am „Interreligiösen Dialogkreis“ in Bad Godesberg, aber auch die integrative Jugendarbeit, die der Verein leiste.

Auch Mustafa Cadi, zweiter Vorsitzender des Kulturvereins, betonte im Gespräch mit dem GA, wie wichtig die Begegnung von Muslimen und Nichtmuslimen sei. Um Islamfeindlichkeit entgegenzuwirken, müsse man im Kleinen anfangen, „das heißt Kontakte suchen und pflegen, etwa zu Kirchen, Schulen und städtischen Institutionen, um gemeinsame Projekte anzustoßen“. Auch Cadi registriert eine zunehmende Islamfeindlichkeit im Fahrwasser des Rechtspopulismus. Als Gemeinde habe der Marokkanische Kulturverein aber bisher keine direkten Erfahrungen mit Islamfeindlichkeit gemacht. Die Rede des Bürgermeisters begrüßte er als „zukunftsorientiert bezüglich des Zusammenlebens“.

Die „Internationalen Wochen gegen den Rassismus“ werden jährlich von der gleichnamigen Stiftung und dem „Interkulturellen Rat“ organisiert. Zu diesem Anlass finden in ganz Deutschland Besuche von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in Moscheen statt.