Dorfplatz: Weiterhin erregte Gemüter in Wachtberg

Dorfplatz : Weiterhin erregte Gemüter in Wachtberg

Bürger vermissen eine Reaktion der Verwaltung auf ihre 237 Unterschriften.

Die Umgestaltung des Niederbachemer Dorfplatzes scheint in der bisher vorgeschlagenen Form weiterhin nicht auf uneingeschränkte Zustimmung im Dorf zu treffen. 237 Unterschriften habe er eingereicht, teilte ein Bürger jetzt den Wachtberger Kommunalpolitikern mit, als er in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von der Einwohnerfragestunde Gebrauch machte.

Sowohl mit der Gestaltung des Parkplatzes als auch mit der Wegeführung könne man nicht zufrieden sein: "Da wird für viel Geld etwas geplant, was eigentlich überhaupt nicht nötig ist", trug der Bürger vor. Vor allem machte er seinem Ärger darüber Luft, dass er auf die Eingabe bislang keine Reaktion der Verwaltung erhalten habe.

Man sei im Verfahren noch nicht weiter, entgegnete Beigeordneter Jörg Ostermann, doch flössen die Anregungen der Bürger in den Entscheidungsprozess ein. "Danke, dass Sie die Angelegenheit so aufmerksam verfolgen", gab Bürgermeisterin Renate Offergeld dem Bürger mit auf den Weg. Es bleibe ihm als Anwohner auch nicht viel anderes übrig, tönte es aus den reichlich besetzten Stuhlreihen zurück. Man werde, versprachen die Vertreter der Verwaltung auf entsprechende Forderungen seitens UWG und "Unser Wachtberg" hin, sich zeitnah bei den Petenten melden.

Bereits im Herbst hatte sich im Umfeld des Dorfplatzes Widerstand gegen den Umbau geregt. Man brauche keine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, weil sich auf dem Platz niemand aufhalte, hieß es. Auch befürchten die Anwohner, dass bei einem Umbau Anliegerbeiträge in nicht unwesentlicher Höhe fällig werden. Die Verwaltung hatte hingegen auf den Gestaltungswettbewerb verwiesen, mit dessen Ergebnissen sich der zuständige Ausschuss wohlwollend auseinandergesetzt habe. Im Ergebnis war mit Mehrheit beschlossen worden, auf Basis des Siegerentwurfs bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Fördermittel zu stellen.

Kurz diskutiert wurde im Rat auch noch einmal die energetische Sanierung der Turnhalle in Pech, bevor der Rat der Empfehlung des Fachausschusses gegen die Stimmen der UWG und bei mehreren Enthaltungen folgte. Das bedeutet: Die Halle soll für rund 700 000 Euro saniert werden. Nicht durchdringen konnte die UWG mit ihrem Antrag auf Prüfung einer Neubauvariante, die nach Einschätzung der Verwaltung je nach Größe mit 1,2 bis 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Jürgen Kleikamp regte als Kompromiss an, die Halle künftig so zu planen, dass sie teilbar ist und mehrere Aktivitäten gleichzeitig stattfinden könnten.

Schließlich setzten sich CDU und SPD, unterstützt von der FDP, gegen alle anderen Fraktionen mit ihrem Vorstoß durch, die Zahl der Ratsausschüsse von derzeit neun auf künftig sieben zu reduzieren. Zusammengelegt werden sollen demnach der Haupt- und der Finanzausschuss. Eine Fusion steht zudem den jetzigen Ausschüssen für Demografie, Soziales, Kultur und Sport sowie für Bildung und Jugend bevor.

Dabei führten beide Seiten das Argument der Beratungseffizienz ins Feld. Statt der Zahl der Ausschüsse, argumentierte UWG-Fraktionssprecher Joachim Mittweg, solle man lieber die Zahl der Mitglieder reduzieren. Schon jetzt tagen die Ausschüsse oft länger als drei Stunden, sagte Thomas Franz (Unser Wachtberg) und stellte die Frage, wie das bei fusionierten Ausschüssen aussehen soll. Die Fusionen sollen zum Sommer hin wirksam werden.

Mehr von GA BONN