Godesberger und Mehlemer Bach: Wasserqualität im Mittelpunkt

Godesberger und Mehlemer Bach : Wasserqualität im Mittelpunkt

Die Gemeinde hat einen Maßnahmenkatalog zur Umsetzung der EU-Richtlinie vorgelegt. In welchem Zustand sind der Mehlemer und der Godesberger Bach? Und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit die Gewässer der EU-Wasserrahmenrichtlinie entsprechen?

Antworten auf diese Fragen gab es am Montagabend in der Sitzung des Wachtberger Bau- und Vergabeausschusses.

Thomas Zumbroich vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Bonn stellte den Kommunalpolitikern und den Bürgern den sogenannten Umsetzungsfahrplan, eine Art Maßnahmenkatalog, vor.

Die Maßnahmen: Die Maßnahmenkataloge sind in drei zeitliche Abschnitte unterteilt: bis Ende 2012, zwischen 2013 und 2018 und von 2019 bis 2027. Es werden unterschiedliche Dinge vorgeschlagen. Darunter fallen zum Beispiel die Entfernung von Gehölzen, die untypisch für die Umgebung sind oder die Absicht, die Aue an einigen Stellen von Bebauung und Infrastruktur freizuhalten.

Ebenfalls auf dem Programm stehen unter anderem das Anlegen von Uferstreifen, die Verbreiterung der Gerinne oder auch das Einbringen beziehungsweise Belassen von Totholz. Teilweise sollen die Bäche eine neue Trasse erhalten, entlang der Läufe müssen außerdem einige Querbauwerke, die zum Beispiel verhindern, dass Tiere diese Stelle der Bäche passieren können, verschwinden oder zurückgebaut werden. Außerdem wird an einigen Stellen die Verrohrung aufgehoben.

Das Ziel: 2000 wurde laut Zumbroich seitens der EU eine einheitliche Richtlinie für Grundwasser, Still- und Fließgewässer festgelegt. "Der Themenschwerpunkt liegt auf der Wasserqualität", so Zumbroich. Ziel ist es, alle Gewässer in einen guten Zustand zu versetzen. Ob dieser erreicht ist, wird an biologischen Faktoren abgelesen. Soll heißen, dass ein Gewässer, in dem heimische Tiere und Pflanzen leben, in einem guten Zustand ist. Ergänzendes Kriterium ist die Strukturgüte und ob sich in dem Wasser verbotene Stoffe befinden.

Das weitere Vorgehen: Der Umsetzungsfahrplan ist eine Absichtserklärung, sagt Wachtbergs Beigeordneter Jörg Ostermann. Es ist also noch nichts entschieden. Jede Maßnahme, die konkret umgesetzt werden soll, wird nochmals vorgestellt und muss von der Politik abgesegnet werden. "Außerdem gilt immer der Finanzierungsvorbehalt", so Ostermann. Ist also kein Geld in der Kasse, werden die Maßnahmen nicht umgesetzt.

Die betroffenen Gewässer und die Kosten: Der Umsetzungsfahrplan gilt neben dem Godesberger und dem Mehlemer Bach auch für den Alfter-Bornheimer Bach, den Hardtbach, den Katzenlochbach und dem Vilicher Bach. An dem Katalog mitgearbeitet haben diejenigen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, die mit den Gewässern in Verbindung stehen. Das sind zum Beispiel Vertreter von Gemeinde und Stadt, aus Landwirtschaft, Forst, Fischerei und Behörden. Die Gesamtkosten liegen bei 27 Millionen Euro, der Anteil der Gemeinde liegt laut Zumbroich bei rund 5,3 Millionen. 70 Prozent davon übernehme das Land.

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