Kritik von Krankenhäusern: Waldwege in Bonn sind in Notfällen zu holprig

Kritik von Krankenhäusern : Waldwege in Bonn sind in Notfällen zu holprig

Das Schweinheimer Waldkrankenhaus kritisiert die Route durch den Wald zum Uniklinikum. In Notfällen fahren dort Rettungswagen mit Blaulicht. An einigen Stellen ist der Weg allerdings recht holprig.

Manchmal muss es bei einem Notfall schnell gehen. Um sich Umwege durch Dottendorf, Kessenich und Poppelsdorf zu sparen, fahren Rettungswagen durch den Wald – etwa vom Waldkrankenhaus zu den Uni-Kliniken. Doch für die Patienten kann dies unangenehm werden, da sich die Wege teils in einem schlechten Zustand befinden.

Aus der Sicht von Dr. Christian Paul, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie des Johanniter Waldkrankenhauses, ist die Waldstraße, die zum Klinikum führt, ein wichtiger und essenzieller Verkehrsweg für schwerstverletzte Patienten beider Klinken.

„Daher müssen die Schäden in einem rund ein Kilometer langen Abschnitt des Weges schnellstmöglich beseitigt werden“, sagt Paul. „Durch Waldarbeiten mit schwerem Gerät in den vergangenen Jahren ist das Teilstück bis zum Annaberger Hof stark beschädigt, teilweise unbefahrbar, worden.“

Die beiden Häuser arbeiten im Bereich der Neurochirurgie, Unfallchirurgie und Gefäßchirurgie sowie der Kardiologie im Rahmen des regionalen Traumazentrums und der Notfallversorgung von Herzinfarktpatienten vertraglich zusammen, teilt das Waldkrankenhaus mit.

Es gehe nicht nur um die rund 50 Patienten, die zwischen den Einrichtungen im Jahr hin- und hertransportiert werden. Das Gleiche gelte auch für medizinische Instrumente und Implantate, Bluttransfusionen und eilige Laborleistungen.

„Im Notfall kann der schnelle Austausch wichtig für das Überleben der Patienten sein“, sagt Paul. Wichtig sei die Route auch bei Katastrophensituationen während größerer Veranstaltungen, wenn die Innenstadt dicht ist. Dann seien die Kliniken zu Netzwerken zusammengeschlossen. Durch den Wald beträgt die Fahrzeit knapp zehn Minuten.

Über Poppelsdorf dauert es je nach Verkehrslage zwischen 25 Minuten und einer Stunde. Das Waldkrankenhaus appelliert, dass die Stadt die Wege ausbessert, zumal auch schon Fahrradfahrer und Fußgänger gestürzt seien und dann ins Krankenhaus mussten. Ansonsten solle die Strecke im Sinne der Naherholung nur für Notfälle genutzt werden.

Nach Angaben von Ute-Andrea Ludwig, Sprecherin des Universitätsklinikums (UKB), wird der Waldweg in den Ausnahmefällen wie Blaulichtfahrten (Sonderrechte) von der Feuerwehr oder Notarzteinsatzfahrzeugen verwendet, „um Patienten schnellstmöglich ins UKB zu transportieren“. Das liege in der Hand der Rettungsdienstleitstelle der Stadt. Neben der Kooperation mit dem Waldkrankenhaus gebe es auch eine Zusammenarbeit mit dem Neurologischen Rehabilitationszentrum Godeshöhe.

Fahrten zwischen beiden Einrichtungen fänden allerdings immer über die regulären Straßen und nicht durch den Wald statt, so Ludwig. Solche Krankentransporte finden nach Angaben der Stadt nie durch den Wald statt, da sie nicht zeitkritisch seien. Das habe nichts mit dem Zustand der Wege dort zu tun.

„Rettungswagen nutzen die Waldwege zwischen der Uniklinik und dem Waldkrankenhaus/der Reha Godeshöhe in der Regel nur bei zeitkritischen Notfallverlegungen zwischen den jeweiligen Häusern, wenn es der Zustand des Patienten erfordert“, so Frank Frenser von der für Einsatzfahrten zuständigen Feuerwehr. „Andernfalls müsste man den Weg über Kessenich, Dottendorf und Friesdorf nehmen, der bedeutend länger dauern würde.“

Die Wege sind laut Amt für Stadtgrün für bis zu 40 Tonnen Last ausgebaut und dienen neben der Erholung der Holzwirtschaft. „Es befinden sich hier auf den wassergebundenen Bonner Waldwegen waldwegeübliche Schlaglöcher und Ausspülungen, die aber mit einem Pkw problemlos zu befahren sind“, heißt es.

Das erste Stück nach dem Waldkrankenhaus sei in einem weniger guten Zustand, „aber aus forstlicher Sicht zu 100 Prozent befahrbar“. Frenser sagt: Grundsätzlich gelte für die Fahrten auf den Waldwegen immer eine besonders hohe Wachsamkeit der Fahrer, da die Leute auf den Wegen nicht mit Einsatzfahrzeugen rechneten.

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