Das Mosaik bleibt im Kurfürstenbad: Viele Veranstaltungen zu Bad Godesberger Künstler

Das Mosaik bleibt im Kurfürstenbad : Viele Veranstaltungen zu Bad Godesberger Künstler

Der Verein KuKuG stellt zum 110. Geburtstag des Bad Godesberger Künstlers Paul Magar einiges auf die Beine. Was sein bekanntes Mosaik im geschlossenen Kurfürstenbad angeht, gibt es noch keine neuen Ideen: Es bleibt erst einmal an seinem alten Platz.

Seit seinem Tod im Jahr 2000 ist es ruhig geworden um Paul Magar. Dennoch ist der Künstler, der 1947 nach Bad Godesberg zog, im Stadtbezirk präsent. Eines seiner Mosaike ziert das (seit geraumer Zeit leer stehende) Kurfürstenbad.

Ein anderes ist an der Rückwand des ehemaligen Verkehrspavillons auf dem Ria-Maternus-Platz zu finden, in dem heute der Verein Stadtmarketing untergebracht ist. Und in Plittersdorf trägt eine Straße seinen Namen. Doch wie viele Bad Godesberger kennen den Maler, der Willy Brandt und Papst Paul IV. von sich überzeugte? Der die Witwe von August Macke porträtierte und ein Altarfresko für die Kirche Sankt Bernhard in Auerberg schuf?

Zu wenige, meint Sabine Köhne-Kayser vom Verein KuKuG (Kunst und Kultur Bad Godesberg). „Der Maler ist völlig in Vergessenheit geraten“, sagt sie. Das soll sich nun ändern. Im November würde Magar 110 Jahre alt – Grund genug für KuKuG, zahlreiche Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, um die Bad Godesberger für ihren Maler zu begeistern. Zur Umsetzung des Projekts „Paul Magar – Jubiläumsjahr 2019“ erhält KuKuG einen Zuschuss von 3.000 Euro.

Busexkursion: „Zeitreise: auf den Spuren von Paul Magar“ ist der Titel einer Busexkursion am Freitag, 4. Oktober. Im historischen Bus der Stadtwerke geht es mit Alexander Kleinschrodt von der Werkstatt Baukultur und Autor sowie GA-Mitarbeiter Michael Wenzel von 14 bis 18 Uhr durch Bonn. Dabei sehen die Teilnehmer einige Werke Magars, die im öffentlichen Raum zu besichtigen sind, darunter das Wandbild in Sankt Bernhard. Wer mitfahren möchte, zahlt 14 Euro. Da die Exkursion in Kooperation mit der Volkshochschule angeboten wird, kann man sich auf der Homepage der VHS anmelden: www.vhs-bonn.de oder per Mail an britta.Krollmann@bonn.de. Treffpunkt ist am Stadtmarketingpavillon, Ria-Maternus-Platz 1.

Mosaik im Kurfürstenbad: Bei der Busexkursion werfen die Teilnehmer auch einen Blick auf das Mosaik im Kurfürstenbad, das das Siebengebirge und den Rhein zeigt. Seit der Schließung des Bades vor gut drei Jahren gibt es immer wieder Initiativen, das Kunstwerk umzusiedeln. Geschehen ist bisher noch nichts. Und es sieht auch nicht so aus, als würde das Mosaik in naher Zukunft an prominenterer, öffentlich zugänglicher Stelle angebracht. Die Informationen der Stadt fallen auf GA-Anfrage spärlich aus: „Derzeit ist das Kunstwerk im ehemaligen Kurfürstenbad fest installiert und gut aufgehoben“, sagt Kristina Buchmiller vom städtischen Presseamt. „Bei einer zukünftigen Umsiedlung wird damit sehr sorgfältig umgegangen.“

Ausstellung 1: Im Haus an der Redoute, Kurfürstenallee 1 a, ist ab Dienstag, 5. November, die Ausstellung „Farb-Sicht, Retroperspektive 1“ mit Magars Ölgemälden zu sehen. Die Vernissage beginnt um 18 Uhr, zur Einführung spricht der ehemalige Direktor des Kunstmuseums, Dieter Ronte. Außerdem wird die Tochter des Künstlers, Dorothea Hölzer-Magar, anwesend sein. Die Ausstellung ist bis 1. Dezember mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Ausstellung 2: Vom 11. November bis 2. Dezember werden Magar-Aquarelle im Kunstverein, Burgstraße 85, ausgestellt. Vernissage der Ausstellung „Farb-Sicht, Retroperspektive 2“ ist am 10. November, ab 15 Uhr.

Vortrag: „Von Macke zu Magar“ ist der Titel des Vortrags, den Kunsthistorikerin Stefanie Bornheim-Prang am 12. November im Haus an der Redoute hält. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet sechs Euro.

Bildband: Der Bildband „Paul Magar – Aquarelle 1950-1996“ erscheint zum 110. Geburtstag neu. Er ist in den Ausstellungen erhältlich.

Aufruf: Geplant ist, mit Schulen zu kooperieren, so Köhne-Kayser. Die Klassen werden in Magars Malerei eingeführt. Nach dem Besuch einer Ausstellung sollen die Schüler dann selbst zum Pinsel greifen. Noch gibt es aber keinen kostenfreien Raum, der groß genug für rund 30 Jugendliche ist. Wer einen zur Verfügung hat, kann sich unter info@kukug.de melden. Das gilt auch für Sammler, die Lust haben, dass ihre Magar-Werke Teil einer Videodokumentation werden. Außerdem ist KuKuG auf der Suche nach Zeitzeugen.

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