Kurfürstenbad: Verein will Badbetrieb übernehmen

Kurfürstenbad : Verein will Badbetrieb übernehmen

Die Schwimmgemeinschaft Wachtberg Godesberg hat in einem Schreiben an Stadtrat und Stadtverwaltung vorgeschlagen, den Schwimmbetrieb des Kurfürstenbades zum 1. September 2015 zu übernehmen.

"Die Aufgabenteilung zwischen der Stadt und dem Verein würde sich so gestalten, dass der Verein das notwendige Personal zur Aufrechterhaltung des Schwimmbetriebes stellt", schreibt der Zweite Vorsitzende Andreas Neußer. "Ebenfalls würde der Verein die Reinigung der Schwimmhalle übernehmen. Somit könnte die Stadt auf dieser Ebene die jährlichen Personalkosten in Höhe von rund 500 000 Euro einsparen", so Neußer.

Und weiter: "Die Stadt wiederum würde die Gebäudekosten von 200 220,25 Euro für Energie und 37 531,65 Euro für Instandhaltung weiter tragen. Außerdem würden der Stadt die Einnahmen aus dem Saunabetrieb von 72 924,30 Euro weiter in vollem Umfang zufließen." Damit würde das Bad, so Neußer, sowohl den Vereinen als auch den Schulen im bisherigen Umfang weiter zur Verfügung stehen. Allerdings könne der Sanierungsstau des Bades nicht beseitigt werden, "doch würde es allen Beteiligten die Möglichkeit eröffnen, in den kommenden fünf Jahren ein Alternativkonzept, nicht nur für das Kurfürstenbad, zu erarbeiten".

Das aktuelle Angebot der Schwimmgemeinschaft kommt zu einem Zeitpunkt, in dem CDU und Grüne wie berichtet an die Stadtverwaltung appellieren, über das Ergebnis einer Untersuchung zum Kurfürstenbad zu berichten, die eigentlich bis zur Sommerpause abgeschlossen sein sollte. Über das so genannte "Markterkundungsverfahren", welche Chancen ein privater Betrieb des Hallenbads hat, hätte die Verwaltung bereits im September berichten sollen.

Derweil äußerten sich Vertreter der CDU zu den Vorschlägen der Schwimmgemeinschaft. Der Mehlemer Stadtverordnete Jan Claudius Lechner sprach "von einem interessanten Konzept, das wir gerne prüfen". Der Vorsitzende der CDU Plittersdorf, Nikolaus Kircher, begrüßte das Engagement der Schwimmgemeinschaft. Allerdings sagte er auch: "In Ergänzung dieses Ansatzes wäre es interessant zu erkunden, ob die Schulen beziehungsweise deren Fördervereine, die das Bad nutzen, nicht auch einen freiwilligen Beitrag zu leisten bereit sind."

Die Schließung des Kurfürstenbades hätte vor allem für das Schulschwimmen "dramatische Folgen", so Neußer. "Zwar hat die Stadt erklärt, alle fünf Bonner Schulschwimmbecken zu erhalten, und damit auch die in Godesberg beheimateten Becken in der Bodelschwinghschule und dem Konrad-Adenauer-Gymnasium, doch ist letzteres selbst ein Sanierungsfall."

Das einzig zuverlässig nutzbare Bad in Godesberg wäre damit das Lehrbecken in der Bodelschwinghschule, das, aufgrund seiner geringen Größe, noch nicht ausreichen würde, zumindest die Grundschulen im Stadtbezirk zu versorgen, so Neußer. Eindringlich appellierte auch der Erste Vorsitzende der Schwimmgemeinschaft, Udo Lehmann, an die Stadt: "Schließt unsere schönen Bäder nicht. Renoviert sie lieber nach einem vernünftigen Etatplan. Oder macht Nägel mit Köpfen und gebt die Bäder den Vereinen, die in der Lage sind, diese zu führen."

In einer ersten Stellungnahme sicherte die Stadtverwaltung gestern zu, "auch diesen Vorschlag zu prüfen", sagte Elke Palm vom Presseamt.