Nach dem Starkregen in Godesberg: Unwetteropfer wünscht sich Hotline

Nach dem Starkregen in Godesberg : Unwetteropfer wünscht sich Hotline

Paul Trunk ist schwer vom Hochwasser getroffen worden. Der Rentner kritisiert die Kommunikation der Stadt und wünscht sich eine Unwetter-Hotline.

Paul Trunk hat es schwer erwischt. Seit Samstag ist er ohne Strom, der Keller in der Junkerstraße ist voller Wasser. Garage und Garten sind mit Schlamm überzogen. Die Nachwirkungen des Hochwassers stellten ihn vor eine Aufgabe, die er alleine nicht bewältigen kann. Die Stadt habe ihm aber auch nicht wirklich weitergeholfen.

Trunk, der zur Miete im Haus an der Junkerstraße wohnt, hatte sich bereits am Wochenende telefonisch an die Stadt gewandt. „Ich habe nach einer Hotline gesucht, stattdessen wurde ich von der Zentrale an das Büro der Bad Godesberger Bezirksbürgermeisterin verwiesen“, berichtete er. Dort sei man ratlos gewesen.

„Die Frau am anderen Ende der Leitung hat sich regelrecht gewundert, dass ich es über diese Nummer versucht habe“, so Trunk. Später sei er zumindest zurückgerufen worden. „Mir wurden zwei Nummern der Feuerwehr und ein Kontakt vom Tiefbauamt genannt.“

Er habe sich dort nicht mehr gemeldet, weil sich unterdessen Wolfgang Strehl, der Bruder des an der Ostsee wohnenden Hausbesitzers, eingeschaltet und die weitere Organisation sowie die ersten Aufräumarbeiten übernommen hatte.

Trunk kann derweil nicht nachvollziehen, weshalb die Stadt für Menschen wie ihn keine Hotline eingerichtet hat. „Die Verwaltung hätte doch nur vermitteln müssen. Ich wollte lediglich wissen, wo ich anrufen muss, um das Wasser aus dem Keller pumpen zu lassen“, sagte Trunk.

Wann wird die Stromleitung repariert?

Darüber hinaus habe er von den Stadtwerken bislang keinen Anruf erhalten, wann genau die Stromleitung wieder repariert wird. Am Samstag seien SWB-Mitarbeiter da gewesen. „Die haben aber vergessen, meine Handynummer zu notieren, um mich zu erreichen.“

Trunk ist deshalb auf die Hilfe anderer Anwohner angewiesen. „Ein Nachbar hat mich mit einem Verlängerungskabel zum Glück an seinen Strom angeschlossen, sonst wäre ich komplett aufgeschmissen gewesen“, erzählte er. „Später habe ich mir noch die Nummer einer privaten Reinigungsfirma besorgt, die gerade das Haus meines Nachbarn ausgepumpt hatte.“

Die Stadt bedauert, dass sie im „Einzelfall“ von Paul Trunk nicht helfen konnte. Eine spezielle Hotline gebe es tatsächlich nicht. Das Presseamt verweist darauf, dass die Feuerwehr in Krisenfällen ein Bürgertelefon (0228/7175) einrichte. Dort erhielten die Bürger Informationen zur aktuellen Lage. Unter der zentralen Rufnummer der Stadtverwaltung (0228/770) seien montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr außerdem geschulte Mitarbeiter erreichbar und erteilten in über 80 Prozent der Fälle direkt die gewünschten Auskünfte.

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