KOMMENTAR: Unruhige Koexistenz

KOMMENTAR : Unruhige Koexistenz

Bedauerlich, dass der Betrieb von Circusschule und Rock und Pop Zentrum sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Nun sind Stadt und Politik gefragt, der Circusschule eine Alternative zu bieten, meint GA-Redakteurin Silke Elbern.

Schade, ist das erste, was einem zum Auszug der Circusschule Don Mehloni einfällt. Auch die Stadt, auf der einen Seite Vermieterin der Räume im Hansa-Haus, auf der anderen mit einem Auftrag in Sachen Jugendarbeit versehen, bescheinigt Jörg Nitsch und seinem Team „ein wertvolles freizeitpädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche“ zu bieten. Und das braucht Bad Godesberg, nicht erst seit dem brutalen Tod von Niklas Pöhler. Falls nun jemand einwenden sollte, es gehe ja immer nur um den Nachwuchs: Don Mehloni hat auch Kurse für Erwachsene im Angebot.

Zwei Jahre lang haben Inhaber und Kursteilnehmer sämtlichen Widrigkeiten während des Hausumbaus an der Moltkestraße getrotzt. Das Ziel lohnte es ja auch: eine Schule in frisch sanierten Räumlichkeiten. Doch der neue Ankermieter in den oberen Etagen ist eben kein Leseclub. Es handelt sich um das Rock und Pop Zentrum (RPZ), das laut, mit seinem Angebot aber nicht weniger wichtig ist.

Was also tun? Das Argument der Stadt, die vom Schulbetreiber geforderte Schalldämmung sei zu teuer, ist nachvollziehbar. Was dagegen schon ein wenig verwundert, ist die Tatsache, dass Nitsch erst während der Verhandlungen mit der Stadt davon erfahren hat, dass es eine Ratsentscheidung zum Hansa-Haus gibt. Danach soll das RPZ freiwerdende Räume erhalten. Da eine „ruhige“ Koexistenz nicht umsetzbar erscheint, sollten sich eben jene Politiker nun auch für einen neuen Standort der Circusschule einsetzen.

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