In Bad Godesberg: Unfälle häufen sich zwischen Kurpark und Fußgängerzone

In Bad Godesberg : Unfälle häufen sich zwischen Kurpark und Fußgängerzone

Generell sollten Radler an Zebrastreifen absteigen. Zwischen dem Kurpark und der Fußgängerzone in Bad Godesberg machen das aber nur wenige.Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr.

Wenn GA-Leser Willy Latz in Bad Godesberg unterwegs ist, beobachtet er an dem Zebrastreifen zwischen Kurpark und Fußgängerzone immer wieder gefährliche Situationen. Häufig, so berichtet Latz, überquerten Radfahrer den Weg, ohne abzusteigen - und ohne sich "übermäßig um den Autoverkehr" zu kümmern. "Sie tun dies im vermeintlichen Vertrauen, als Radfahrer auf dem Zebrastreifen den gleichen Vorrang wie Fußgänger zu genießen", vermutet Latz. Das ist aber nicht richtig. Denn um Priorität zu haben, müssten die Radler absteigen.

Deshalb kommt es an dem Überweg immer wieder zu heiklen Gegebenheiten. So verzeichnete die Polizei allein in diesem Jahr bisher drei Unfälle an dem Zebrastreifen - an allen waren Radler beteiligt. Nach Auskunft von Polizeisprecher Simon Rott ereigneten sich die Zusammenstöße am 4. und 15. April sowie am 3. September. "In zwei Fällen wurden Radfahrer von Autofahrern auf dem Fußgängerüberweg angefahren, in einem Fall gab es einen Zusammenstoß zwischen Radfahrer und Fußgänger, die in selber Richtung fuhren beziehungsweise gingen", erklärt Rott.

Wie berichtet, gilt der Überweg als sogenannte Häufungsstelle. Davon spricht man, wenn es zum Beispiel an einer Straße, einer Kreuzung oder eben einem Zebrastreifen immer wieder zu Zusammenstößen aus demselben Grund kommt. Die Klassifizierung liegt in den Händen der Unfallkommission, in der Stadt, Polizei und Straßenbaulastträger (Stadt, Kreis oder Land) vertreten sind. Die Stelle Am Michaelshof/Am Kurpark haben die Verantwortlichen schon länger im Blick. Vier Unfälle ereigneten sich dort 2017, im vergangenen Jahr war es einer. Die Tendenz ist nun wieder steigend.

Um die Situation zu entschärfen, hat die Unfallkommission festgelegt, dass die Markierungen an der Stelle erneuert und verstärkte Verkehrskontrollen durchgeführt werden. "Die Maßnahmen wurden umgesetzt", so Kristina Buchmiller vom städtischen Presseamt auf GA-Anfrage. Darüber hinaus werde man die Stelle weiter im Blick behalten. Das macht auch die Polizei, und zwar laut Rott im Zuge von Streifenfahrten, aber auch bei Einsätzen im Zusammenhang mit dem Präventions- und Interventionskonzept für Bad Godesberg.

Das ist auch notwendig, meint GA-Leser Latz. "Wie meine Frau und ich als Busfahrgäste beobachten konnten, kam es dort auch schon zu Fast-Zusammenstößen mit Linienbussen", so der GA-Leser. Die Folge seien "erstaunte Schrecksekunden" und nicht selten "unberechtigter heftiger verbaler Protest seitens der Radler" gewesen. "Dass hier noch nicht mehr Gravierendes passiert ist, ist wahrscheinlich der Umsicht vieler Autofahrer zuzuschreiben."

Neben dem Fußgängerüberweg gibt es in Bad Godesberg übrigens sieben weitere Unfallhäufungsstellen. So an der Hochkreuzallee, Bernkasteler Straße, wo häufig die Vorfahrtsregeln missachtet werden, und an der Godesberger Straße, Hochkreuzallee, wo Autofahrer, die aus Bad Godesberg-Mitte kommen und links in die Hochkreuzallee abbiegen, mit dem Gegenverkehr zusammenstoßen. Außerdem kann es an der Weißenburg-, Ecke Bonner Straße, an der Laufenberg-, Ecke Bonner Straße, und Am Stadtwald, Ecke Marienforster Straße, gefährlich werden. Dort kommt es aus verschiedenen Gründen immer wieder zu Konflikten zwischen Auto- und Radfahrern.

Problematisch ist es außerdem an der Koblenzer Straße, Ecke Friedrich-Ebert-Straße. Dort sorgt das Ein- und Abbiegen für Probleme, auch beim Kreuzen der Straße kann es heikel werden. An der Kreuzung Koblenzer Straße, Kapellenweg und Albertus-Magnus-Straße hingegen wird es gefährlich, wenn die Autos, die vom Kapellenweg kommen, links in Richtung Mehlem abbiegen wollen und gleichzeitig Fußgänger die Fahrbahn überqueren.

Mehr von GA BONN