Ideen für die Stadtmitte: Umstrittener Leitbild-Entwurf für Bad Godesberg beschlossen

Ideen für die Stadtmitte : Umstrittener Leitbild-Entwurf für Bad Godesberg beschlossen

Die Jamaica-Koalition sieht in den Ideen zur Stadtentwicklung einen ersten Schritt. Widerspruch kommt von der Opposition. Ihr sind die Thesen zu unkonkret.

Der Bonner Planungsausschuss hat mit Stimmen der Jamaika-Koalition und gegen die Stimmen der Opposition den Entwurf für das künftige Leitbild Bad Godesbergs beschlossen. Am kommenden Mittwoch wird sich auch die Bad Godesberger Bezirksvertretung mit einer entsprechenden Vorlage der Verwaltung befassen. Unter Beteiligung der Bürger in einer Ideenkonferenz und über das städtische Online-Portal www.bonn-macht-mit.de hat das Stadtplanungsbüro Jansen neun Leitbildthemen für die Entwicklung des Stadtbezirks in den kommenden zwei Jahrzehnten formuliert (der GA berichtete).

Zu diesen Themenfeldern gehören das Schaffen einer lebendigen Mitte mit hoher Lebensqualität und die Gestaltung der Kurfürstlichen Zeile zu einem multifunktionalen Aushängeschild. Wie berichtet, möchte dort die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg einen Standort für mehrere Tausend Studenten eröffnen, es soll ein Zentrum für Cyber- und Datensicherheit entstehen. Weitere Ideen betreffen die Stärkung des Sicherheitsgefühls; Bad Godesberg soll als zukunftsfähiger Kulturstandort und innovatives sowie internationales Arbeitszentrum ausgebaut werden, das zunehmend vom Auto auf alternative Verkehrsträger umsteigt.

Die Bäderfrage werde ausgespart, so die Kritik

Bei einer weiteren öffentlichen Konferenz im ersten Quartal 2019 können Bürger die detaillierte Beschreibung der Ideen einsehen und über das genannte Bonn-macht-mit-Portal ihre Meinung kundtun, die das Büro dann wiederum in das Leitbild einarbeitet. Während Bert Moll von der CDU positiv unterstrich, „dass der Prozess nun in Gang gesetzt ist“, ärgerten sich die Oppositionsfraktionen über die unkonkreten Angaben in dem Entwurf.

„Zum Thema Bad ist in der gesamten Vorlage keine Rede“, erklärte Helmut Redeker (SPD) unisono mit Marcel Schmitt (Bürger Bund Bonn). Dabei habe es Bürgerentscheide zur Bäderfrage gegeben, aus denen hervorgegangen sei, dass die Godesberger ein eigenes Bad behalten wollen. „In dem Leitbild sind Ziele formuliert, die auf ganz Deutschland übertragbar sind“, sagte Schmitt.

Für die der Koalition angehörenden Grünen sprach Hartwig Lohmeyer, der in Bezug auf den Vorwurf, der Entwurf sei zu unkonkret, erwiderte: „Wir wollen doch bitte nicht vergessen, dass die genannten Themen aus Versammlungen mit den Bürgern hervorgegangen sind.“ Ebenso wie Moll ist er der Auffassung, dass es sich um einen Prozess handle, an dem weiter gearbeitet werde. Laut Michael Isselmann aus dem Bonn Planungsamt wird die nächste Konferenz vermutlich im März stattfinden. Alle Dokumente zu bisherigen Veranstaltungen sind auf der Internetseite www.bonn.de/@leitbild-bad-godesberg zu finden.

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