Kommentar zu "Unrat verschmutzt den Bach": Umdenken vonnöten

Kommentar zu "Unrat verschmutzt den Bach" : Umdenken vonnöten

In Pech ist nach dem verheerenden Unwetter von Samstag eine Bestandsaufnahme der Schäden im vollen Gange – und die fördert nun offensichtlich auch alte Bausünden ans Tageslicht.

Wieder entlud sich ein Unwetter über Wachtberg, und zwar eines mit noch katastrophaleren Folgen als der bereits vor drei Jahren als „Jahrhundertereignis“ apostrophierte Starkregen. Und wieder gibt es eine Besonderheit, die in Zeiten des Klimawandels Behörden wie auch Hausbesitzer und Mieter zum Umdenken zwingt: Waren es 2013 die in dem Ausmaß nie gesehenen Hangabflüsse, die für Staunen sorgten und Hunderte Keller unter Wasser setzten, rückten die verheerenden Regenfluten am Samstag den Godesberger Bach in den Fokus: Hier spielten sich unbeschreibliche Szenen rund um einen kleinen beschaulichen Bach ab, der kurzzeitig zu einem reißenden gefährlichen Gewässer mutierte.

Das hatten selbst Alteingesessene so noch nicht erlebt. Allein in Pech machte der Godesberger Bach zwei Brücken vorläufig unpassierbar. Ein Bach, der in der Vergangenheit als Risikofaktor in Sachen Unwetter und Hochwasser völlig unverdächtig schien.

Nach den Ereignissen am Samstag muss es nun eine völlig neue Betrachtung und Bewertung des Gewässers unter Hochwasserschutzaspekten geben. Dazu gehört es auch, dass solche bachnahen Nutzungen wie durch die ehemalige Gärtnerei Am Bach keine Zukunft mehr haben dürfen.

Da ohnehin zwei Brücken vermutlich neu gebaut werden müssen, gehört aber auch dazu, dass deren Neukonstruktion auf den Prüfstand gestellt wird. Überhaupt wäre eine ausgiebige Gewässerschau sinnvoll – so, wie das auch nach den Unwettern 2010 und 2013 am bislang so gefährdeten Mehlemer Bach geschehen ist. Aber man sollte sich keinen Illusionen hingeben: Einen hundertprozentigen Schutz wird es nicht geben: So konnten alle Präventionsmaßnahmen entlang des Mehlemer Baches nicht verhindern, dass dieser am Samstag ebenfalls eine Brücke und eine gerade erst sanierte Hangböschung mit sich riss. Gleichwohl: Am Godesberger Bach dürfte es noch einige Luft nach oben geben.

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