Tiefbauarbeiten in Plittersdorf: Ubierstraße wird zum Nadelöhr

Tiefbauarbeiten in Plittersdorf : Ubierstraße wird zum Nadelöhr

Ab Montag wird es eng auf der Ubierstraße - nicht für Wochen oder mehrere Monate, sondern über ein Jahr lang: Zwischen der Plittersdorfer Hauptkreuzung und Simrockallee werden die Stadtwerke Bonn und das Tiefbauamt nacheinander Gas- und Wasserleitungen sowie neue Abwasserkanäle ziehen.

Die Folge: Voraussichtlich bis Oktober 2014 wird der Abschnitt zur Dauerbaustelle und Einbahnstraße. Der Verkehr aus Richtung Norden darf durch das Nadelöhr, der Verkehr nach Bonn muss einen Umweg durch zwei enge Straßen im Villenviertel fahren. Staus auf der neben der B 9 zweitwichtigsten Nord-Süd-Achse in Bad Godesberg sind damit - nicht nur im Berufsverkehr - programmiert. Und das wohl für die nächsten 16 Monate.

Hauptgrund für die Mammut-Baustelle ist die Verlegung neuer und größerer Kanalrohre. Und die brauchen Platz. Nachdem 2009 die Abwassertrasse im südlicheren Teil der MUK-Strecke (Mittel-, Ubier-, Konstantinstraße) und vor zwei Jahren zwischen Rheinaue und Plittersdorfer Knoten auf mehreren Kilometern Länge erneuert worden war, ist jetzt der mittlere Abschnitt an der Reihe.

Schon vor Jahren war klar, dass das Tiefbauamt den gesamten Kanal unter der MUK-Trasse neu verlegen muss. Zum einen stammt er aus dem Jahr 1917, zum andern zu eng, um die durch viele Neubauten und Flächenversiegelungen hinzugekommenen Wassermassen fassen zu können. Folge: Bei Starkregen staute sich das Abwasser und schoss durch Gullys und Haus-Siphons zurück.

Im Masterplan Tiefbau für 2013, in dem die Stadt alle großen Kanalarbeiten in einem Zeitschema auflistet, war der Beginn der Bauarbeiten schon für Mitte Mai vorgesehen. Nach derzeitigem Stand haben sie sich also um zwei Monate nach hinten verschoben.

Und warum arbeiten Stadtwerke und Tiefbauamt hintereinander und nicht gleichzeitig? Dazu erklärt SWB-Sprecherin Veronika John: "Es ist grundsätzlich eine Frage, wie viel Platz zur Verfügung steht und wo welche Leitungen liegen." Im Fall der Ubierstraße sei es so, dass die Kanalrohre ganz unten liegen, darüber die Gas- und Wasserleitungen, darüber wiederum Strom- und Telekommunikationsleitungen. Das heißt: Die Stadtwerke müssen zunächst Gas- und Wasserleitungen abbauen und erneuern. Und das ohne Unterbrechung. John: "Schließlich müssen wir die Trinkwasserversorgung durchgängig sicherstellen." Diese neuen Leitungen rücken ein Stück zur Seite, damit mehr Platz für die Kanalrohre da ist. Letztlich, so John, können solche Arbeiten nicht im Winter erledigt werden. Sie sollen dann auch, so die SWB, bis spätestens Mitte November abgeschlossen sein. Dann kommen die Tiefbauer.

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