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Haribo-Sammelaktion: Tonnenweise Waldfrüchte

Haribo-Sammelaktion : Tonnenweise Waldfrüchte

Den ganzen Tag lang herrschte am Donnerstag Stau in der Truchseßstraße - allerdings ohne Autos. Stattdessen belagerte eine mehrere hundert Meter lange Menschenkette die Straße. Der Grund? Die alljährliche Haribo-Tauschaktion.

Bereits im 78. Jahr konnten Goldbärenliebhaber Kastanien und Eicheln auf dem Haribo-Gelände in Friesdorf gegen allerlei süße Leckerbissen eintauschen. Um 7 Uhr öffnete Haribo die Tore - eine Schlange hatte sich da schon längst gebildet. Familien mit Kindern, Jugendliche, aber auch Senioren hatten sich versammelt, um die Früchte ihrer wochenlangen Sammelarbeit zu ernten.

In Zweierreihen windet sich die Schlange gegen Mittag einmal durch die gesamte Truchseßstraße. Das Bild, das sich bietet, ist geprägt von aufgeregt umherlaufenden Kindern, erwartungsvollen Gesichtern und natürlich Kastanien, soweit das Auge reicht. Das Problem des Kastanientransports haben manche kreativ gelöst: Neben klassischen Transportmitteln wie Bollerwagen, Einkaufskisten und Körben finden sich auch ganze Mülltonnen, Schubkarren und sogar Koffer voll mit dem "braunen Gold".

Obwohl 2014 kein optimales Jahr für die Waldfrüchte sei, rechnet Haribo-Pressesprecher Marco Alfter mit ungefähr 300 bis 400 Tonnen Kastanien und Eicheln. Weniger Leute würden deswegen nicht kommen: Um die Mittagszeit beträgt die durchschnittliche Wartezeit rund vier Stunden. Nicht wenig, aber noch kein Rekord: Die längste je gemessene Schlange war einen Kilometer lang und bedeutete eine Wartezeit von sechseinhalb Stunden.

Doch Haribo hat dafür gesorgt, dass die Kinder sich die Zeit vertreiben können. Zwischen Hüpfburg und verteilt ein lebensgroßer Goldbär Autogramme. An der Bastelstation ist kein Stuhl mehr frei, alle wollen ihre eigenen Buttons malen und stanzen lassen. Auch der Kletterturm erfreut sich großer Beliebtheit. Ein paar Meter weiter lassen Michael und Markus ihre Kastanien wiegen.

Die 13- und 14-Jährigen haben einen ganzen Anhänger mit Kisten voller Kastanien mitgebracht. Gerade so passen diese alle gleichzeitig auf die Waage. Das Ergebnis: 373 Kilo. Letztes Jahr waren die beiden zum ersten Mal hier. "Da hatten wir auch schon so viel", sagt Michael stolz und zeigt den Bon an der Warenausgabe vor. Und was macht man mit 37 Kilo Haribo? "Das wird verzehrt im Laufe des Jahres. Da bleibt nichts von übrig", sagt Oma Theresia mit einem Lachen. Noch in der Schlange stehen drei bezaubernde kleine Damen in Kleidern, die ihre Oma aus leeren Haribo-Tüten für sie genäht hat. Der kleinen Janina gefällt ihr Kleid jedenfalls: "Das ist echt schön und bequem. Und wir werden nicht nass."

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Weiter vorne steht Familie Oberpleis aus Königswinter. Schätzungsweise 200 Kilo türmen sich auf ihrem Bollerwagen. Gesammelt hat sie Opa Oberpleis, der die Tauschaktion schon seit 15 Jahren besucht. "Alles für die Enkelkinder." Das sei für ihn aber kein großes Opfer. "Ganz im Gegenteil, es hat Spaß gemacht."

Die Kastanien dienen verschiedenen Wildarten in Tierparks der Umgebung als Winterfutter. Um die Mittagszeit war der erste Laster mit siebeneinhalb Tonnen Kastanien schon abgefahren. Über seinen Inhalt dürfen sich die Tiere im Gehege in Wachtberg-Pech freuen. Die weiteste Fahrt geht sogar bis ins Hochgebirge nach Österreich.

Trotz des Teilumzugs von Haribo in die Grafschaft ist die Zukunft der Aktion laut Marco Alfter gesichert. "Wo sie langfristig stattfinden wird, ob hier oder in Grafschaft, können wir noch nicht sagen." Bis zum Abschluss der Bauarbeiten auf dem neuen Gelände werde die Aktion aber wohl in Friesdorf bleiben.

Am Freitag, 17. Oktober, können Sammler noch mal von 7 bis 16 Uhr Kastanien und Eicheln eintauschen.