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Platz der Vereinten Nationen: Teurer Lavendel-Schnitt

Platz der Vereinten Nationen : Teurer Lavendel-Schnitt

60.000 Euro plant das Amt für Stadtgrün 2015 bis 2017 jährlich für die Pflege des ehemaligen Platzes der Vereinten Nationen auszugeben.

Der bisherige Auftrag laufe Ende des Jahres aus, heißt es in einer Mitteilung. Die Stauden und Gräser, Schotter- und Rasenflächen an der Kreuzung der Autobahn 562 und B 9, die namenlos ist, seitdem ein Teil der Görresstraße nahe dem UN-Campus die Bezeichnung Platz der Vereinten Nationen trägt, wurden in den Jahren 2004 und 2005 im Zuge der Entwicklungsmaßnahme durch die Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen (LEG) angelegt. Ob ein solch hoher Aufwand für die Pflegearbeiten wirklich notwendig ist, will die Politik jetzt prüfen lassen.

Die anfallenden Arbeiten umfassen einmal jährlich den Verjüngungs- und Sommerschnitt der dort wachsenden Lavendelsträucher sowie Rückschnitt und Pflege der sonstigen Stauden und Gräser auf den insgesamt rund 11 600 Quadratmeter großen Grünflächen. Sechsmal im Jahr muss außerdem auf den Kies- und Schotterflächen Unkraut gejätet, 15-mal Rasen gemäht werden. Grund für die relativ hohen Kosten ist laut Verwaltung vor allem der Lavendel, der dort unter anderem gepflanzt wurde.

Die Sträucher mit ihren violetten Blüten könnten nicht maschinell beschnitten werden, sondern müssten von Hand gepflegt werden, sagte Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt. Im vergangenen Jahr seien lediglich 27.000 Euro an Kosten angefallen. Dass nun mehr als das Doppelte angesetzt wird, liege daran, dass die Pflanzen mittlerweile relativ alt sind. Je älter der Lavendel, desto aufwendiger sei die Pflege, so ließ das Amt für Stadtgrün mitteilen. Wie viel im vergangenen Jahrzehnt insgesamt für die Pflege der Flächen ausgegeben wurde, sah sich die Verwaltung auf Anfrage zunächst nicht in der Lage, zu beantworten.

Die Kosten für die Maßnahme betrugen damals 244 000 Euro, so die Verwaltung. Maßgeblich finanziert wurde sie durch den Bund mit 66 Prozent und das Land mit 28 Prozent. Dadurch gebe es aber eine Zweckbindung über 20 Jahre. Die Flächen könnten nicht einfach anderweitig, also weniger pflegeintensiv, bepflanzt werden. Denn dann müssten die Fördermittel anteilig zurückbezahlt werden, sprich im Jahr 2015 104.000 Euro für neun der 20 Jahre.

Wenn beispielsweise eine Rasenfläche statt der jetzigen Pflanzen angelegt werde, müssten außerdem der Umbau und jährliche Unterhaltungskosten von rund 10.000 Euro bezahlt werden. Nach einstimmigem Beschluss des Umweltausschusses soll nun die Frage geklärt werden, ob die Pflege der Flächen nicht auch schon für die Hälfte des Geldes zu haben ist. Dabei soll nach Wunsch der Politiker auch mit den Architekten und Fördergebern verhandelt werden, und die Ergebnisse sollen bis zum Sommer im Ausschuss vorgestellt werden.