Proben des Bonner Bach-Chors: Taktstock liegt in jungen Händen

Proben des Bonner Bach-Chors : Taktstock liegt in jungen Händen

Seit wenigen Wochen studiert Markus Mostert mit den aktuell 85 aktiven Sängern des Bonner Bach-Chors Chorwerke ein, die demnächst der Öffentlichkeit präsentiert werden.

„Hinter uns liegt ein sehr intensives Jahr mit vier Konzerten und einer gelungenen Konzertreise ins polnische Gliwice", berichtet die Vorsitzende Renate Held. Sie gehört dem Chor seit elf Jahren an. Horst Meinardus, der in den vergangenen sieben Jahren den Bach-Chor leitete, musste aus gesundheitlichen Gründen im Frühjahr sein Amt in jüngere Hände legen. Mit Markus Mostert, der spontan und schnell vor dem letzten Konzert Anfang Mai, als Haydns Schöpfung aufgeführt werden sollte, als künstlerischer Leiter einsprang, hat der Vorstand offenbar eine gute Entscheidung getroffen. Dem Chor hätten sich seitdem weitere Sänger angeschlossen, betont Vorstandsmitglied Monika Götz.

„Die hohen musikalischen Ansprüche erfordern eine ganzjährige intensive Probenarbeit, auch im Rahmen von Wochenenden, sowie eine kontinuierliche Stimmbildung“, blickt Renate Held auf die strapaziöse Arbeit der Chormitglieder zurück. Das Repertoire umfasst unter anderem die großen Passionen Johann Sebastian Bachs, seine Hohe Messe in h-moll, die großen Oratorien von Georg Friedrich Händel ebenso wie verschiedene Mozart-Messen, das Requiem und das „Stabat Mater“ von Antonin Dvorák, Verdis Requiem, das Deutsche Requiem von Johannes Brahms, das „War Requiem“ von Benjamin Britten, Carl Orffs „Carmina Burana“ sowie Werke von Zoltan Kodaly und Martin Palmeri.

Benefizkonzert unterstützt regionale Projekte

Einmal im Jahr gestaltet der Bach-Chor ein Benefizkonzert gemeinsam mit dem Kiwanis-Club Bonn und unterstützt damit Projekte zugunsten bedürftiger Kinder in der Region. Dieses Benefizkonzert am 15. Oktober in der Lutherkirche in Bonn wird in dreifacher Hinsicht etwas Neues. Aufgeführt wird die Bach-Motette „Jesu, meine Freude“. Zudem wird die Musik im Rahmen des „Gesprächskonzerts“ präsentiert. Der neue künstlerische Leiter Markus Mostert hat Diakon Willibert Pauels gewonnen, um anhand von Beispielen das Publikum durch das Stück zu führen, eine überaus spannende Erfahrung. Schließlich wird es Mosterts erstes Konzert sein, das vollständig unter seiner Leitung aufgeführt wird. Geprobt wird in Kürze auch schon für die am 4. März 2018 geplante Aufführung der Johannes-Passion.

Mostert studierte Klavier und Chorleitung (Examen 1990 mit Auszeichnung) an der Musikhochschule Köln. Im Anschluss setzte er ein privates Gesangsstudium bei Professor Artur Janzen fort. Seit 1989 unterrichtet er an der Musikschule des Kölner Domchors und leitet den Erwachsenenchor „Cantica Nova“ der Musikschule Neuss. 1996 übernahm Mostert die Leitung des Kammerchors „Musica Mundi“, 1997 den Lehrauftrag für Stimmbildung an der Musikhochschule Köln. Zudem ist er Mitglied der Gächinger Kantorei Stuttgart und begleitet viele musikalische Projekte. „Dirigieren wollte ich schon immer“, sagt Mostert und verweist auf seine Mutter, die ihn schon in jungen Jahren immer zur Kirchenchorprobe mitnahm.

Der Chor singt nicht nur klassische Werke

Seit mittlerweile 68 Jahren ist der Bach-Chor Bonn – bis 2012 unter der Bezeichnung Bonner Bach-Gemeinschaft – fester Bestandteil des Bonner Musiklebens. 1949 gründete Gustav Classens Chor und Orchester. Nicht nur der Name, auch das Profil des Ensembles hat sich in dieser Zeit verändert. Zunächst stand die Aufführung von Kompositionen des Namenspatrons Johann Sebastian Bach im Vordergrund – seit 1951 auch Oratorienwerke unter anderem von Haydn, Händel und weiterer Komponisten. Heute singt der Chor sowohl klassische als auch zeitgenössische Werke der europäischen Chorliteratur und tritt bei seinen Konzerten in Bonn und Umgebung sowie im Ausland gemeinsam mit professionellen Orchestern und Solisten auf.

Geprobt wird jeden Mittwoch zwischen 19 Uhr und 21.45 Uhr in der Aula des Schulzentrums Pennenfeld, Albertus-Magnus-Straße.

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