Modenschau der "Godesbürgerinnen": Szenenapplaus am Laufsteg

Modenschau der "Godesbürgerinnen" : Szenenapplaus am Laufsteg

Die „Godesbürgerinnen“ haben jetzt mit ihrer Modenschau ein Rekordergebnis für die Gewaltpräventionsprojekt Go Respekt erzielt. Die Eintrittsbilletts für ihre fünfte Fashion Show wurden ihnen aus den Händen gerissen.

Gerade hatte Moderatorin Tatjana von Braun tief Luft geholt, um den Laufsteg für die ersten Models freizugeben, da erforderten die äußeren Umstände erst einmal eine technische Ansage: Bevor der Catwalk freigegeben wurde, galt die Aufmerksamkeit der Feuerwehrzufahrt. Die hatten drei Autofahrer beim Verlassen ihrer Fahrzeuge in praller Vorfreude auf die womöglich pünktlich startende Modenschau, beherrscht von wilder Eile und ohne Blick für den eigens eingerichteten Pendelbus, doch glatt übersehen.

So weit die externen Indizien dafür, dass auf der Godesburg etwas los sein musste. Wer an eine Jubiläumsfeier zur wilhelminischen Schenkung der Anlage vor 125 Jahren dachte, lag völlig daneben. Vielmehr waren es die „Godesbürgerinnen“, denen nach kurzzeitiger vornehmer Zurückhaltung nicht nur aus den eigenen Reihen die Eintrittsbilletts für ihre fünfte Fashion Show aus den Händen gerissen wurden. 230 Mitglieder umfasst das Netzwerk gesellschaftlich und sozial engagierter wie heimatverbundener Frauen inzwischen. Und weil in ihren Reihen Gäste stets willkommen sind, bewährte sich am Donnerstag einmal mehr der Grundsatz, dass Platz grundsätzlich auch im kleinsten Rittersaal ist. Den hatte die Betreiberin, getreu dem Benefizzweck des Abends, kostenlos bereitgestellt. Einzig über die exakte Besucherzahl, die mit mehreren hundert korrekt eingeordnet sein dürfte, konnte im Gedränge keine verlässlichen Angaben mehr recherchiert werden. Modenschau der "Godesbürgerinnen"

Ein Luxusproblem, das sich im Schatten azurblauen Scheinwerferlichts, umgeben von Lüstern, Hussen, Overknees und Canapés und zwischen dem einen oder anderen Glas Grauburgunder leichtfüßig verflüchtigte und schließlich im rhythmischen Klatschen der Begeisterung versank, das die Models über den Laufsteg tragen zu wollen schien. Denen wiederum war in wohltuender Weise anzumerken, dass sie in ihrem „normalen“ Leben eigentlich anderen Tätigkeiten nachgehen, zugleich aber bei jedem weiteren lässigen Schwung mit ihrer ungewohnten Rolle Freundschaft schlossen.

Aufbrandender Szeneapplaus war da nur logische Konsequenz, nachdem zuvor schon Katrin Zimmer und Wolfram Kuster auf ihrem Weg über den Laufsteg die Stimmung gelöst hatten. Die beiden Vertreter des Bad Godesberger One World Cafés gaben auf diese Weise dem Empfänger der Benefizveranstaltung das Gesicht. Denn diesmal hatte das Organisationsteam um Tatjana von Braun, Stefanie Schroeder, Friederike Sträter, Dorothee von Walderdorff und Kristina Wunderer den Reinerlös dem Gewaltpräventionsprojekt Go Respekt mit nunmehr fester Anlaufstelle im Hansa-Haus zugeeignet, das sich seit Donnerstagabend über eine satte Spende der „Godesbürgerinnen“ freuen darf: 7000 Euro – und damit 1000 Euro mehr als im Vorjahr – kamen am Donnerstag zusammen.

Doch nicht nur die Spendenempfänger und Besucher, auch die Macher der insgesamt neun vertretenen Modelabels – unter ihnen auch mehrere Lokalmatadore – schienen rundum zufrieden. Friederike Sträter drückte es am Morgen danach so aus: „Wir sind alle total glücklich! In Godesberg geht eben doch was!“

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