Nicolaus-Cusanus-Gymnasium: Sucht auf spielerische Weise vorbeugen

Nicolaus-Cusanus-Gymnasium : Sucht auf spielerische Weise vorbeugen

Gehören Alkohol trinken und Rauchen zum Erwachsenwerden dazu? Auf diese Frage treffen die Jugendlichen gleich zu Beginn. 300 Schüler beteilig(t)en sich am Dienstag und Mittwoch am "KlarSicht-Mitmachparcours" in der Aula des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG).

Im Parcours durchlaufen die Teilnehmer fünf Stationen, an denen sie von geschulten Moderatoren Informationen zum Tabak- und Alkoholkonsum bekommen, zugleich aber auch selbst aktiv werden können. "Es geht nicht darum, den Jugendlichen mit erhobenem Zeigefinger die Risiken aufzuzeigen, sondern darum, dass sie ihr eigenes bisheriges Verhalten infrage stellen", sagt Sebastian Thiel, "KlarSicht"-Projektleiter im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Bonn ist bereits die 355. Station, an welcher der Parcours Halt macht. Die BZgA kooperiert in der Bundesstadt mit der Ambulanten Suchthilfe Bonn und deren Einrichtung "update", die sich ebenfalls mit Suchtprävention bei Jugendlichen beschäftigt. "Wir möchten immer mit Organisationen vor Ort zusammenarbeiten, die Jugendlichen sollen nicht unsere Mitarbeiter kennenlernen, sondern diejenigen, die sich in ihrer Heimatstadt um diese Themen kümmern", so Thiel.

Der Parcours kann gleichzeitig von 60 Schülern durchlaufen werden, der Rundgang dauert rund 90 Minuten. Das NCG ist Gastgeber für fünf Bonner Schulen, die den Parcours an beiden Tagen besuchen werden. "Soziales Lernen ist an unserer Schule sehr wichtig", lobt Nicole Auen, Schulleiterin des Gymnasiums, das Projekt.

Jasmin Friedrich von der "update"-Fachstelle sagte, dass "man sich mit den Themen in jugendlicher Art und Weise auseinandersetzen muss", und weiter: "Der Parcours ist dafür sehr gut geeignet." Insgesamt scheint das Projekt auch bei den Jugendlichen gut anzukommen, da sie vieles über Themen lernen, die sie interessieren und dabei auch Spaß haben.

Auf dem Schulhof gab es alkoholfreie Cocktails von den Mitarbeitern des One-World-Mobils und einen Stand des "Bonner Eventsprinters". Der Kastenwagen der Ambulanten Suchthilfe Bonn fährt in der Stadt zu Veranstaltungen wie etwa Rhein in Flammen und informiert, ohne als "Spaßbremse" daherzukommen. "Die Idee des Sprinters ist es, die Jugendlichen da aufzusuchen, wo sie sich aufhalten. Bei uns haben sie die Möglichkeit, Alkohol und Zigaretten in alkoholfreie Getränke oder andere nützliche Dinge einzutauschen", so Achim Schaefer, Bereichsleiter der Ambulanten Suchthilfe.

Nachdem die Schüler alle Stationen durchlaufen haben, kommen sie an das Tor der Entscheidung und müssen erneut für sich entscheiden: ob Alkohol und Zigaretten zum Erwachsenwerden dazugehören.

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