Caracciola-Cup in Bad Godesberg: Streit um die städtische Kaution

Caracciola-Cup in Bad Godesberg : Streit um die städtische Kaution

Der Godesberger Motor Club soll bei der Stadt eine „hohe vierstellige Summe“ hinterlegen, um die Erlaubnis für den Caracciola-Cup zu bekommen. Der Verein ist erstaunt, die Stadt prüft.

Der 6. Mai naht und noch immer warten die Organisatoren des Caracciola-Cups auf eine Sondergenehmigung der Stadt für das kurzzeitige Parken der Oldtimer im Rosenpark. Lange blieb der Antrag auf eine Sonderparkgenehmigung unbeantwortet, jetzt kommt Bewegung in den Prozess. Organisator der Oldtimer-Ausfahrt ist der Godesberger Motor Club (GMC). Auf Anfrage bestätigte Vorsitzender Hans-Christoph Schäfer, dass die Vertragsunterlagen der Stadt Bonn mittlerweile vorliegen würden. Die Auflagen, die darin gestellt werden, seien für ihn allerdings nicht nachvollziehbar.

In der März-Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg hatten sich die Kommunalpolitiker einstimmig für einen Dringlichkeitsantrag der CDU ausgesprochen, wonach Oberbürgermeister Ashok Sridharan sich um die Ausnahmebescheinigung kümmern sollte. Dies habe er laut Schäfer dann auch getan.

Was für ein Problem das Amt für Stadtgrün in der Veranstaltung sehe, sei ihm schleierhaft. Für die Siegerehrung nach der Ausfahrt würden zwar alle Teilnehmenden ihre Oldtimer im Rosenpark abstellen, „aber wir hinterlassen keine Ackerlandschaft. Das ist kein zweites Woodstock, wo Leute hinterher mit Plastiktüten durch den Matsch rutschen können“, so der Vorsitzende. Eigentlich würden gar keine Schäden entstehen.

Der Caracciola-Cup verlaufe seit 16 Jahren ohne Probleme. „Das sollte das Amt akzeptieren.“ Schäfer wünscht sich ein Entgegenkommen der Verantwortlichen, die im Vertrag eine „wahnsinnig hohe“ Summe als Kaution haben wollten. „Als kleiner Verein können wir nicht mal eben eine höhere vierstellige Summe hinterlegen. Wir nehmen doch keinen Kredit dafür auf“, meint er fassungslos. Die Verwaltung solle sich daran erinnern, dass sie für die Bürger da ist – nicht zum Selbstzweck.

Ansonsten liefen die Vorbereitungen gut. Die 150 Kilometer lange Strecke sei vollständig ausgearbeitet und mehr als 60 Teilnehmer hätten sich bereits angemeldet. „Die Fahrer freuen sich seit Monaten. Die Mehlemer auch: Wir sind die letzte Veranstaltung, die an Rhein in Flammen noch was macht. Nicht jeder hat die Möglichkeit, dazu nach Bonn oder in die Rheinaue zu fahren“, so Schäfer.

Den Vorwurf, kleinen Vereinen mit unrealistischen Auflagen das Leben schwer zu machen, wies die Stadt entschieden zurück. Ein Sprecher bestätigte, dass das Genehmigungsverfahren gerade laufe und die Stadt dem GMC einen Pachtvertrag für den Platz übermittelt hat.

Die darin enthaltene Kaution würde im Ernstfall zur Wiederherrichtung des Rosenparks verwendet werden. „Nach den Bauarbeiten für den Entlastungskanal Mehlem ist im Herbst 2016 Rasen durch eine Fachfirma eingesät worden, daher gibt es noch eine Gewährleistung der Stadt gegenüber der Firma“, erklärte der Sprecher weiter. „Darüber hinaus ist dem Verein aufgetragen worden, ein Eindringen von Motoröl oder anderen Stoffen ins Erdreich zu verhindern, beispielsweise durch die Auslage von Pappe unter den Fahrzeugen.“

Der Verein will laut Schäfer nun Kommunalpolitiker bitten, sich für seine Interessen einzusetzen. Den Vertrag will er so nicht unterzeichnen.

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