Asylbewerberheim in Lannesdorf: Standort ist unbedenklich

Asylbewerberheim in Lannesdorf : Standort ist unbedenklich

Die Stadtverwaltung hat in einer Stellungnahme für die am Mittwoch, 3. Juli, tagende Bezirksvertretung Informationen zu dem geplanten Übergangsheim für Asylbewerber an der Drachenburgstraße veröffentlicht. Im Vorfeld hatte der Bürger Bund das Vorhaben hinterfragt.

Die Einwohnerstruktur Lannesdorfs weist bekanntlich einen hohen Anteil von Ausländern und Immigranten auf, darunter viele aus arabischen Ländern.

Nach Auffassung der Verwaltung sind negative Einflüsse auf die vorhandene sozialräumliche Struktur nicht zu erwarten, weil sich das geplante Übergangsheim in einem Gewerbegebiet befindet. Aus diesem Grund sei auch lediglich eine vorübergehende Nutzung zulässig, sodass ein dauerhafter Einfluss nicht entstehen könne. Darüber hinaus habe sich in diesem Objekt bereits früher ein Übergangsheim befunden, argumentiert die Stadt und reagiert damit auf eine Anfrage des Bürger Bundes.

Dessen Vertreter hatten hinterfragt, ob hinsichtlich der sozialräumlichen Struktur vorab Daten erhoben worden seien, anhand derer sich die Standortentscheidung begründen ließe. Dies ist nach Ansicht des Bürger Bundes eine Voraussetzung, um "dem sozialen Gedanken durchmischter Stadtteile nachzukommen und der Bildung von sozialen Brennpunkten und Armutsinseln mit einseitigen Miet- und Belegungsstrukturen vorzubeugen".

Derlei Daten sind in der Stellungnahme der Verwaltung nun nicht enthalten. Stattdessen verweisen die Fachbeamten darauf, dass im Stadtbezirk Bad Godesberg derzeit zwei städtische Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen in Betrieb seien. Diese sollen nur noch so lange als Unterkunft dienen, bis ausreichend Plätze in Übergangsheimen zur Verfügung stehen.

Die Stadt Bonn, so heißt es ferner, habe gegenüber den ihr zugewiesenen Flüchtlingen eine Unterbringungsverpflichtung. "Aufgrund der derzeit nicht ausreichenden Zahl an Unterkünften zur Unterbringung zugewiesener Flüchtlinge werden so schnell wie möglich weitere Unterbringungsplätze geschaffen", so die Verwaltung.

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