Godesberger Programm 1959: Stadthalle zählt jetzt zum Bonner Weg der Demokratie

Godesberger Programm 1959 : Stadthalle zählt jetzt zum Bonner Weg der Demokratie

Die Tafel soll an das Godesberger Programm erinnern, mit dem sich die SPD zur Volkspartei wandelte. Der Verein Bürger.Bad.Godesberg kümmert sich um die Pflege.

Sie ist fast ein wenig unscheinbar, die Tafel, die am Dienstag an der Stadthalle enthüllt wurde. Dabei soll sie zum einen als Teil des Bonner Wegs der Demokratie an die Verabschiedung des Godesberger Programms 1959 an eben jenem Ort erinnern. Zum anderen ist sie ein „gelungenes Beispiel für das Zusammenwirken verschiedener Akteure“, wie es Philipp Kufferath vom Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung ausdrückte.

So übernahm die Ebert-Stiftung die Finanzierung von rund 1000 Euro. „Schließlich passt das Format sehr gut zu unserem historischen Profil der Stiftung“, so Kufferath. Der Parteitag mit dem Godesberger Programm habe seinerzeit den Weg der SPD von der sozialistischen Arbeiterpartei zur Volkspartei geebnet.

Viele Akteure haben die Tafel ermöglicht

Ein weiterer Motor ist das Haus der Geschichte und mit ihm Sammlungsdirektor Dietmar Preißler: „Bonn ist die Wiege der Demokratie, darauf kann man nicht häufig genug hinweisen.“ Im 70. Jahr der Republikgründung wolle man den 2004 eröffneten Weg der Demokratie, der aus 21 großen Stationen und kleinen platzsparenden Tafeln bestehe, „vorsichtig erweitern“. „Dazu zählen das Willy-Brandt-Forum in Unkel, das Adenauer-Haus in Rhöndorf, die Bundesanstalt für Landwirtschaft als ehemaliger Sitz der US-Hochkommission und der Petersberg als Amtssitz der Alliierten Hohen Kommissare“, so Preißler. Zudem will das Haus der Geschichte im Mai einen überarbeiteten Internetauftritt zum Weg ins Netz stellen.

Dass die Tafel die Stadthalle nun als „Ort politischer Konferenzen“ würdigt, ist zu einem Großteil auch dem Verein Bürger.Bad.Godesberg zu verdanken. „Wir haben ein Wächteramt“, sagte Vorsitzender Joachim Schäfer, der auch der Stadt für ihre Unterstützung dankte. Das Gebäude könne helfen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was uns als Gesellschaft ausmache. Der Verein will sich um die Pflege des Schildes kümmern.

Dass der lange Prozess 1959 mit einer Einigung geendet habe, nötige ihm Respekt ab, meinte Bonns SPD-Chef Gabriel Kunze: „Demokratie ist anstrengend, nicht schnell, sondern langsam.“ Aber wichtig sei aufeinander zuzugehen, meinte Kunze auch mit Blick auf die ungelöste Bäderfrage.

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