1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Bürgerdienste in Bonn: Stadt will Service am Bad Godesberger Rathaus erweitern

Bürgerdienste in Bonn : Stadt will Service am Bad Godesberger Rathaus erweitern

Nach wie vor gibt es massive Kritik am Bad Godesberger Bürgeramt an der Kurfürstenallee. Vor allem die Terminvergabe funktioniert – wenn überhaupt – nur schleppend. Ab Ostern möchte die Stadt das Angebot in den Stadtbezirken ausweiten. Ob das ausreicht, um sämtliche Probleme zu beheben, wird sich zeigen.

Mit dieser Nachricht hätte wohl noch Anfang der Woche kaum jemand gerechnet: Nach massiven Protesten werden die Bürgerämter vor Ort, in den Bezirken, wieder gestärkt. Für Bad Godesberg bedeutet das ab Ostern nun vier Servicetage – falls der Personalrat zustimmt.

Nach wie vor konnten die Bad Godesberger zwar auch in der Vergangenheit ihre behördlichen Angelegenheiten an der Kurfürstenallee regeln. Allerdings war es deutlich schwieriger geworden als noch zu Zeiten, in denen das Rathaus täglich geöffnet hatte. Vor geraumer Zeit nämlich wurde das Angebot größtenteils ins Bonner Stadthaus verlegt. In den Stadtbezirken gibt es mittlerweile wöchentlich noch zwei Dienstleistungstage. Um (möglichst) zeitnah einen Ausweis erneuern zu lassen oder sich umzumelden, bleibt also vielen nichts anderes übrig, als den Weg in die Bonner City auf sich zu nehmen. Ein Umstand, der bis heute für massive Kritik sorgt. Denn die Terminvergabe scheint nach wie vor nur schleppend zu funktionieren. Lange Wartezeiten sind die Folge.

So berichtet eine GA-Leserin, die innerhalb des Stadtbezirks umgezogen ist, von einem wahren Marathon, um einen Termin zu erhalten. Beim Bürgeramt habe sich niemand um sie gekümmert. Lediglich einen Zettel habe man ihr in die Hand gedrückt. Darauf stand: Donnerstags oder freitags sollte sie sich telefonisch melden, um einen Termin zu vereinbaren. „Nun versuche ich mit großem Zeitaufwand anhand dieser Telefonnummer, jemanden zu erreichen. Keine Chance“, so die Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.Aufs Internet auszuweichen, sei keine Option. So einen Termin in Bad Godesberg zu erhalten, „ist aus meiner Sicht gar nicht möglich“.

Freie Termine sind in Windeseile vergeben

Eine zweite Leserin, die ebenfalls anonym bleiben möchte, versucht nach eigenen Angaben seit Anfang Januar einen Termin im Bad Godesberger Bürgeramt zu erhalten.  Online sei dies auf der städtischen Homepage unmöglich. Auf eine E-Mail an die Verwaltung habe sie keine Antwort erhalten. Auf eine weitere Mail ans Bürgeramt selbst habe sie zwar erfahren, wann sie telefonisch einen Termin vereinbaren könnte. Das aber habe ebenfalls nicht funktioniert.

Das Problem: Die Termine würden nur zwei Wochen im Voraus vergeben. Dann seien sie aber häufig schnell weg, beschreibt die Leserin. „Dann heißt es, dass man wieder anrufen muss.“ Und das Spiel gehe von vorne los.

Schließlich habe sie ein Schreiben des Bürgeramtes erhalten. Per Post. Und versehen mit dem Hinweise: „Nach den hier vorliegenden Daten verliert Ihr Personalausweis in Kürze seine Gültigkeit“. Als Kontakt wurden die besagte Telefonnummer und die städtische Homepage angegeben. „Kann man eine solche Vorgehensweise noch kommentieren? Oder als steuerzahlender Bürger in Kauf nehmen? Man ist einfach nur noch fassungslos“, findet die Leserin.

Auch die FDP beschäftigt sich mit dem Thema. Sie möchte von der Verwaltung wissen, ob es nicht sinnvoll wäre, in Bad Godesberg beantragte Ausweise auch dort abholen zu können. Das ist nämlich schon länger nicht mehr möglich. „Es ist in Zeiten der Diskussion um volle Straßen kontraproduktiv, Nutzer von Dienstleistungen, die noch im Bürgeramt Bad Godesberg angeboten werden, zur Abholung der Dokumente in das Stadthaus zu schicken“, so die Begründung der Liberalen. Auch der angebotene Kurierservice sei vielfach nicht praktikabel, da viele Antragsteller berufstätig seien. Daher sei die FDP der Auffassung, „dass es ermöglicht werden sollte, die Dokumentenausgabe am Ort der Antragstellung durchzuführen“. Soll heißen, wer seinen Antrag in Bad Godesberg stellt, soll auch dort seinen Ausweis abholen können.

Termine könnten online gebucht oder telefonisch unter ☎ 02 28/77 66 77 oder 02 28/77-0 ausgemacht werden, teilte Stadtsprecherin Monika Hörig auf GA-Anfrage mit. „In den Außenstellen haben wir eine Vorlaufzeit für die Buchung von zwei Wochen.“ Darüber hinaus könne man aber Termine zentral im Dienstleistungszentrum (DLZ)  im Stadthaus buchen und wahrnehmen. Dort sei auch ein eigenes Call-Center angesiedelt, dessen Mitarbeiter ab 8 Uhr morgens erreichbar seien. „Oft sind dann morgens bereits mehr als 20 Bürger in der Warteschleife, und die Leitung ist somit ausgelastet“, so Hörig.

 Beschwerden gebe es auch, räumt die Stadtsprecherin ein. Das liege daran, dass „aktuell die Vorlaufzeiten zur Terminvergabe insgesamt sehr lange sind“. Durch verschiedene Maßnahmen sollten die Vorlaufzeiten wieder „auf ein vertretbares Maß reguliert werden“. Dazu gehört die nun verkündete Ausweitung der Servicetage.

Geplante Öffnungszeiten an der Kurfürstenallee: dienstags, mittwochs und freitags 8 bis 13 Uhr und donnerstags von 8 bis 18 Uhr)