Panne bei Straßenschildern: Stadt "verkürzt" die Seufertstraße, Von-Groote-Platz profitiert

Panne bei Straßenschildern : Stadt "verkürzt" die Seufertstraße, Von-Groote-Platz profitiert

Dass Straßennamen verändert oder Teilstücke von Straßen umbenannt werden, kommt ja durchaus vor. In der Regel beraten und beschließen so etwas zunächst einmal die zuständigen kommunalpolitischen Gremien.

Hinter dem Bad Godesberger Bahnhof lief es jetzt etwas anders. Dort beschäftigen Von-Groote-Platz und Seufertstraße jetzt die Politik, nachdem sich ihre Namen erkennbar verschoben haben. Abzulesen ist die Umbenennung von nagelneuen Straßenschildern.

Gemerkt haben es die Bezirksverordneten des Bürger Bundes Bonn: Bereits seit dem Winter endet der Verlauf der parallel zur Bahnlinie liegenden Seufertstraße aus Richtung Süden gesehen in Höhe der Karl-Finkelnburg-Straße - und nicht wie bislang an der Friedrichallee. Knapp 100 Meter musste die Seufertstraße "abtreten" und heißt zwischen den beiden Einmündungen nun "Von-Groote-Platz". Dies ist der reguläre Name des Straßenverlaufs zwischen Friedrichallee und Rüngsdorfer Straße.

"Bei dem in Rede stehenden Straßenstück handelt es sich aber zweifelsohne um den - mit Bau des Parkplatzes in den frühen 1970er Jahren verschwenkten - Teil der bahnparallelen Straße, die damals noch Siebengebirgsstraße hieß. Im Rahmen der stadtweiten Umbenennung von Straßen zum 1. Januar 1978, die in Folge der Kommunalreform von 1969 nötig geworden waren, wurde er in Seufertstraße umbenannt", erweisen sich Marcel Schmitt und sein Mitstreiter Ingmar Gahm als stadthistorisch sattelfest.

Die Stadtverwaltung hat eine Erklärung und löst das Rätsel um die "verkürzte" Seufertstraße. Offenbar war seitens der städtischen Mitarbeiter der Arbeitseifer etwas größer als die Sorgfalt gewesen: Im Zusammenhang mit einem Verwarnungsgeldverfahren wegen Falschparkens sei die Beschilderung der Straßennamen überprüft worden.

Offenbar hielt man es für erforderlich, die Beschilderung an einigen Stellen zu erneuern. "Leider wurde bedauerlicherweise nicht bemerkt, dass der Abschnitt zwischen Friedrichallee und Karl-Finkelnburg-Straße tatsächlich noch ein Teil der Seufertstraße und nicht der Straße von-Groote-Platz ist", gibt die Stadtverwaltung der Einlassung aus den Reihen des Bürger Bundes vollumfänglich Recht.

Die Gefahr, dass Anwohner der Seufertstraße wegen der neuen Beschilderung vom Postboten nicht gefunden werden, besteht indes nicht. Am betreffenden Straßenstück steht ein Bürokomplex, der jedoch von der Karl-Finkelnburg-Straße her erschlossen ist.

Ganz pragmatisch gibt sich die Verwaltung indessen hinsichtlich der vermeintlichen Fehlinvestition in Höhe von 80 Euro je Straßenschild: "Aufgrund von Altersspuren bedürfen die Straßennamenschilder immer wieder der Erneuerung. Somit findet das neu bestellte Schild noch Verwendung und soll eines ersetzen, dass bereits verblasst ist oder beschädigt wurde."

Eine Richtigstellung der Beschilderung ist nach Auskunft der Stadt "umgehend angeordnet" worden - was allerdings zumindest bis zum Dienstag noch nicht in ein Ergebnis mündete: In dem fraglichen Abschnitt heißt die Seufert-straße weiter Von-Groote-Platz.

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