Urnenboxen in Plittersdorf: Stadt plant neue Kolumbarien auf Zentralfriedhof

Urnenboxen in Plittersdorf : Stadt plant neue Kolumbarien auf Zentralfriedhof

Alle Urnenboxen auf dem Zentralfriedhof an der Gotenstraße in Plittersdorf sind ausgelastet. Der Bau- und Vergabeausschuss soll einer Ausschreibung zustimmen.

Es ist so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal, das Thema Kolumbarium auf dem Zentralfriedhof an der Gotenstraße. 1999 errichtete die Stadt in Plittersdorf die erste Version dieser Wandnischen für Ascheurnen – bis heute gibt es sie nirgendwo sonst in Bonn. Mittlerweile sind laut Peter Kießling, Abteilungsleiter im Amt für Stadtgrün, alle Kammern belegt. Deshalb plant die Stadt, weitere 96 Urnenboxen zu kaufen. Das geht aus einer Beschlussvorlage für den Bau- und Vergabeausschuss, der am 18. April tagt, hervor.

Gestartet war man 1999 mit 126 Plätzen und Ziegelsteinoptik. „Damals war noch mehr Geld da, und ich wollte etwas Schönes haben“, erinnert sich Kießling zurück. Die Kosten beliefen sich auf rund 25 000 Euro. 2002 folgte eine Betonversion mit 260 Plätzen, der der Amtsleiter durchaus auch Charme abgewinnen kann. Dafür zahlte die Stadt rund 35 000 Euro.

Diesmal nun eine weitere Neuerung, auch wenn der Beton bleibt. „Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, hätten wir gerne ein Baukastensystem, das wir hier vor Ort selbst zusammensetzen“, erklärt Kießling. Auf einen Sockel stapeln die städtischen Mitarbeiter die 96 Boxen mit 384 Plätzen. Die Vorlage geht von 50 000 Euro aus, die gebraucht werden. „Anders als die Vorgänger ist das neue Kolumbarium keine Wand, sondern ein Kubus.“ Heißt, dass alles viereckig angeordnet wird. Das Loch in der Mitte will Kießling mit einem Dach versehen, damit sich kein Schmutz sammelt. Zunächst sollen zwei Würfel entstehen, das neue Gräberfeld habe aber noch Platz für zwei weitere, so der Fachmann. 27,92 Euro kostet die Grabkammer pro Jahr, sie muss für mindestens 15 Jahre gekauft werden, und bis zu vier Kapseln können hinein. Sogenannte Überurnen, also Schmuckhüllen um die Kapseln, seien nicht erlaubt. „Diese Form muss in der Erde beigesetzt werden“, so Kießling.

Die Box selbst wird mit einer Platte versehen, auf der Name und Sterbedaten stehen. Dekoration, auch in Form von Blumen, ist nicht erlaubt. „Dafür gibt es einen zentralen Ablageplatz“, sagt der Amtsleiter, der durchblicken lässt, dass alles auch ein wenig davon abhängt, ob sich jemand über zu üppigen Schmuck beschwert. Urnenbeisetzungen lägen mit 70 bis 80 Prozent aller Bestattungsformen auch in Bonn im Trend. „Das liegt sicher auch an der Globalisierung und dem Wegzug von Angehörigen, die so weniger Arbeit mit dem 'Grab' haben“, meint Kießling. Die Bundesstadt habe noch eine 90-prozentige Auslastung der Friedhöfe, was der Amtsleiter so umschreibt: „Wer in Bonn stirbt, wird hier meist auch beerdigt.“ Sollte der Ausschuss der Ausschreibung zustimmen, rechnet Kießling mit einer Umsetzung in diesem Sommer.

Mehr von GA BONN