Wiesen auf dem Rodderberg: Stadt Bonn fasst Wege neu ein

Wiesen auf dem Rodderberg : Stadt Bonn fasst Wege neu ein

Die schützenswerten Wiesen auf dem Rodderberg sollen nicht betreten werden. Deswegen fasst die Stadt Bonn die Wege neu ein.

Der Rodderberg ist ein bei Spaziergängern beliebtes Ausflugsziel, weil das Naturschutzgebiet nicht nur beste Aussichten aufs Rheintal bietet, sondern auch selbst mit seinen Wiesen recht sehenswert ist.

Die letzte Eruption ist ungefähr 300 000 Jahre her

Da es sich allerdings um einen wertvollen Lebensraum für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten handelt, kann nicht jeder rumlaufen, wo er will. Doch so mancher hielt sich in der Vergangenheit nicht an die abgesteckten Wege, zumal auch die Wegeinfassungen mit der Zeit durch Vandalismus zerstört wurden. Manche Pfosten und Bretter waren auch schlicht verrottet und notdürftig repariert worden.

Zu Rhein in Flammen im Frühjahr schützte die Stadt Bonn die ökologisch höchst bedeutsamen Trockenrasenflächen provisorisch mit Flatterband, damit die Leute nicht für den Blick aufs Feuerwerk dort picknickten. Eine vernünftige Reparatur stellte die Verwaltung für diesen Herbst in Aussicht - und macht nun Nägel mit Köpfen. Die sogenannte Besucherlenkung wird derzeit erneuert, damit die Halbtrocken-Magerrasen nicht noch mehr als jetzt in Mitleidenschaft gezogen werden. Zur Finanzierung der umfassenden Maßnahme wurde ein Förderantrag bei der Bezirksregierung Köln gestellt, der schließlich bewilligt wurde.

Seit ein paar Tagen werden die zerstörten Begrenzungen entlang der Wege nun entfernt, heißt es bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bonn. "Bis Mitte Oktober werden alle Pfosten und Begrenzungen auf dem Rodderberg auf Bonner Stadtgebiet erneuert." Zusätzlich werden zwei Informationstafeln auf der Windkuppe und in der Tuffgrube installiert. "Sie geben Hinweise, wie die Trockenrasen geschützt werden können und warum das Betreten der Biotope nicht erlaubt ist", teilt Isabel Klotz vom Presseamt mit.

Um die Tiere und Lebensräume des Rodderbergs zu schützen, dürfen nur die vorgesehenen Wege betreten werden - dies gilt auch für Fahrradfahrer. Für Hundebesitzer gilt: Hunde anleinen und auf den Wegen führen. Die Stadt bittet alle Besucher des Rodderbergs, "diese Regelungen zu respektieren und damit zum Erhalt dieses einzigartigen Naturerlebnisraumes beizutragen."

Der Rodderberg, ein erloschener Vulkan, hat eine Höhe von 196,7 Metern. Die letzte Eruption ist ungefähr 300 000 Jahre her. Der Trichter, aus dem die Lava austrat, ist mehr als 50 Meter tief und hat einen Durchmesser von 800 Metern. Er ist heute noch als Bodensenke sichtbar.

Dort liegt heute beispielsweise der Broichhof. Teilbereiche des Rodderbergs wurden 1927 zum Naturschutzgebiet ernannt. Das Gebiet hat eine Gesamtgröße von ungefähr 70 Hektar und erstreckt sich über das Gebiet der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises. Weitere Flächenanteile befinden sich auf dem Gebiet des Kreises Ahrweiler in Rheinland-Pfalz.

Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet Rodderberg gibt es unter www.bonn.de/rodderberg.

Mehr von GA BONN