Bäderdiskussion: SPD und Piraten wollen Kurfürstenbad erhalten

Bäderdiskussion : SPD und Piraten wollen Kurfürstenbad erhalten

Die Diskussion um die Zukunft der Bäder geht weiter, und der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch bekommt Unterstützung von den Piraten.

Wie berichtet, hatte Nimptsch Ende Juni bei einer Kanzelrede in der Kreuzkirche angeregt, eine "Vollbefragung" durchzuführen, ob die Stadt ab 2018 bei den Zuschüssen für Oper und Schauspiel vier Millionen Euro kürzen, davon jeweils eine Million Euro an den Sport und die freie Kulturszene geben und zwei Millionen Euro zum Schuldenabbau einsetzen soll.

Das hatte zu heftiger Kritik geführt. Damit habe der OB den Ratsparteien "einen gangbaren Weg gewiesen", so Felix Kopinski, kommunalpolitischer Sprecher der Bonner Piraten. Alles andere sei eine "Verhöhnung demokratischer Ideen.

Wenn sich per Telefonumfrage einige Bürger entscheiden müssen, ob sie mehr Eintritt zahlen wollen oder ein Bad geschlossen werden soll, kann daraus niemals eine demokratische Legitimierung abgeleitet werden". Das sieht Peter Finger, Fraktionssprecher der Grünen, freilich anders: Die repräsentative Umfrage zur Zukunft der Bonner Bäder habe zu dem "eindeutigen Ergebnis geführt, dass diese für das Veränderungsmodell votieren. Wir respektieren dieses Ergebnis und wollen es umsetzen".

Konkret bedeute das: Zunächst würden das Frankenbad und dann das Hardtbergbad "saniert und attraktiviert". Dabei sei von Anfang an klar gewesen, dass das Kurfürstenbad in Bad Godesberg erst dann geschlossen würde, wenn diese Sanierungen abgeschlossen seien und die Bemühungen um eine Privatisierung des Kurfürstenbades bis dahin gescheitert wären.

Noch schwammiger hatte sich in puncto Kurfürstenbadschließung der Koalitionspartner CDU am Montag ausgedrückt, als Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger davon sprach, man müsse die künftige Haushaltslage abwarten. Neben den Piraten fordert auch die SPD, alle vier Hallenbäder zu erhalten. Sie stellt für die morgige Stadtratssitzung einen entsprechenden Antrag, in dem sie wieder die Ausgliederung der Bäder als GmbH vorschlägt. Für Finger sind das keine "realitätstauglichen Vorschläge".

Er wirft SPD und Bürger Bund vor, nicht ehrlich zu sein. Und mit Blick auf die Godesberger Stadtverordneten sagte er: "Am Ende muss sich aber auch jede Ratsfraktion fragen, ob sie bei allem verständlichem unterschiedlichem Interesse der Bezirke auch gesamtstädtisch noch handlungsfähig bleibt."

Der Stadtsportbund fordert Schwarz-Grün auf, die Debatte um die Schließung des Kurfürstenbads zu beenden. Das Bad sei für die vielen in Godesberg beheimateten Schulen unersetzbar, für die Vereine überlebensnotwendig und für alle, die Gesundheitssport betreiben, von besonderer Wichtigkeit.

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