19. HofArt in Villip: Skulpturen und Gemälde auf dem Bauernhof

19. HofArt in Villip : Skulpturen und Gemälde auf dem Bauernhof

Am Wochenende findet die Villiper Ausstellung HofArt auf dem Bauernhof zum 19. Mal statt. Viele Künstler aus der Region zeigen ihre Werke - von Tapetenbildern über Steinkunstwerke bis hin zu Lederarbeiten.

„Wir haben mit drei Ausstellern in zwei Räumen angefangen“, erzählt Josef Kemp, der gemeinsam mit seiner Frau in der Hofanlage in Villip die inzwischen 19. HofArt ausrichtet. Das Interesse seitens der zumeist regionalen Künstler war bereits nach der ersten Ausstellung so groß, dass Kemp begann, noch mehr Räume des alten Bauernhofs als Ausstellungsraum herzurichten. Dabei achtete er penibel darauf, trotz der Renovierung den Charme des alten Bauernhofs zu erhalten. „Ich glaube, der Erfolg der HofArt liegt auch darin begründet, dass die Ausstellungsstücke hier ganz anders wirken als in sonst eher sterilen Galerien“, so Kemp.

Er selbst ist Drechsler und stellt auch bei der HofArt aus. Hinzu kommen diverse andere Künstler aus den verschiedensten Richtungen. Viele von ihnen kommen aus der Region, aber manche müssen durchaus auch mal für dieses Wochenende anreisen. „Inzwischen habe ich schon das Luxusproblem, dass sich mehr Leute bewerben, als wir ausstellen können“, berichtet Kemp weiter von seinen Planungen. Ziel sind runde, stimmige Ausstellungen, bei denen verschiedene Künste zu sehen sind, verschiedene Charaktere zu finden sind und möglichst keine Konkurrenz aufkommt. „Die verschiedenen Aussteller und Kunstwerke sollen miteinander harmonieren. Viele Entscheidungen fallen da aus dem Bauch heraus.“

In der Regel kennen sich die ausstellenden Künstler zunächst noch nicht, aber nicht selten ergeben sich an diesem recht intensiven gemeinsamen Wochenende in Villip auch gemeinsame künstlerische Projekte. Wiederholungstäter sind bei der ungewöhnlichen Ausstellung erlaubt – Hauptsache: es passt ins Konzept. Nach drei Jahren in Folge verpflichtet Josef Kemp die Kollegen jedoch zu einer kleinen Zwangspause, damit auch mal andere Kollegen teilnehmen können. Denn obwohl manche Künstler auch von den Besuchern jedes Jahr aufs Neue gefragt sind, so will die HofArt nicht langweilig und vorhersehbar werden.

Gerade baut Marco di Piazza aus Bonn seine großen Skulpturen im Garten auf. Er hatte Glück, denn seine Bewerbung ging schnell durch – erst im letzten Jahr war er als Gast bei der HofArt und bekundete sein Interesse. Den meisten Bonnern ist er durch seinen Skulpturenparcours im Hofgarten ein Begriff. Gesellschaftspolitisch äußert sich die Malerin Kristina Kanders in ihren Bildern, in denen sie Frauen hinter Tapetenmustern aus den 50er Jahren verschwinden lässt. Der Kölner Georg Krautkrämer ist mit seinen Steinkunstwerken vertreten; ebenso wie Holger Figge seine Bilder ausstellen wird. Mit alltäglichen Materialien arbeiten Krimhild Sudek und Erika Klette. Erstere stellt Lederarbeiten her und lässt sich dabei vom Material leiten: „Wenn es um Langlebigkeit geht, ist wohl bis heute eine gute Ledertasche das Nonplusultra. Ich kann Ihnen versichern, dass die Arbeiten von Frau Sudek Sie ein Leben lang begleiten“, so Kemp. Auch die Hutdesignerin Erika Klette, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal zu Gast war und reißenden Absatz fand, stellt kommendes Wochenende wieder aus. „Sie hat wirklich ein Händchen für den richtigen Hut. Sie schaut die Besucher an und weiß genau, was ihnen steht. Meistens sogar, bevor sie es selber wissen“, erzählt Veranstalter Kemp.

Alle Ausstellungsstücke können sofort erworben werden, obwohl sich die meisten Besucher gerne für den Kauf etwas Zeit lassen und die regionalen Aussteller später in ihren eigenen Werkstätten und Ateliers besuchen. „Aber wenn es einen Besucher packt, dann ist es meiner Erfahrung nach ziemlich egal, ob es sich um einen Mitnehmartikel wie etwa einen Hut oder eine Skulptur von Marco di Piazza handelt. Ich kenne das von mir“, sagt Kemp. Eröffnet wird die HofArt am Freitag um 19 Uhr von Annegret Portsteffen, der Inhaberin der Galerie Craftkontor.

Die Ausstellung kann Samstag von 14 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. Die Adresse lautet Holzemer Straße 4 in 53343 Wachtberg/Villip.

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