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Generalprobe für den RoboCup: Schüler zeigen selbst programmierte Roboter in Bad Godesberg

Generalprobe für den RoboCup : Schüler zeigen selbst programmierte Roboter in Bad Godesberg

Bei der Generalprobe für den „RoboCup“ im Deutschen Museum sind 20 Teams dabei. Bei dem Wettbewerb präsentieren elf- bis 19-jährige Schüler ihre selbst programmierten Roboter. Und messen sich in der Katastrophenhilfe und im Fußball.

Es sind verästelte Kreuzungen und Rampen, die der Roboter überwinden muss, um in das Gebäude zu kommen. Dabei stehen ihm diverse Hindernisse im Weg. Das Ziel: Der Helfer muss schwarze und silberne Bälle finden und sie sicher in eine Sammelzone bringen. Was sich anhört wie ein Computerspiel, ist in Wirklichkeit eine Disziplin bei der Generalprobe zum RoboCup Junior.

„Rescue Line“ nennt sich diese Herausforderung, bei der die von Schülern programmierten, autonomen Roboter einen Beitrag zur Katastrophenhilfe leisten. Und tote und überlebende Opfer – eben die schwarzen und silbernen Bälle – retten müssen. In der zweiten Disziplin wurde es sportlich. „Soccer 1-1“ stand auf dem Programm. Bei diesem Wettbewerb sind zwei Roboter die Akteure, die auf einem kleinen Fußballfeld spielen. Und das nach klassischen Kickerregeln.

20 Teams von fünf Schulen

Die Generalprobe zum RoboCup Junior, an der elf- bis 19-jährige Nachwuchsprogrammierer teilnahmen, fand am Sonntagnachmittag im Deutschen Museum statt. In diesem Wettbewerb werden die Jugendlichen spielerisch an die Bereiche künstliche Intelligenz und autonome mobile Systeme herangeführt. Außerdem arbeiten alle in Teams zusammen. 20 Teams von fünf Schulen waren in dem Museum an der Ahrstraße dabei und erprobten ihre Arbeiten, die sie in den vergangenen Monaten erstellt haben.

Einige Teams treten schon seit mehreren Jahren an. Jan-Niklas und Lukas zum Beispiel waren bereits zum dritten Mal dabei. „Der Reiz ist es, Roboter und Programmierung immer weiter zu entwickeln“, erzählte Lukas. Das Programmieren haben sich die beiden Schüler selbst beigebracht. Komplett zufrieden waren die beiden Neuntklässler allerdings nicht. Der neue Lichtsensor und die Kamera seien noch nicht optimal, war sich das Duo einig. Allerdings blieben ja immerhin noch drei Wochen Zeit. Und bei der Generalprobe müsse schließlich – genau wie beim Theater – auch mal etwas schief gehen. Das Team „TIJOLIN“ nimmt erstmals am Wettbewerb teil. Seit September haben Timon, Jorin und Linus an ihrem Roboter gebaut. Die Drei basteln jeden Freitag in der Robotik-AG an der CJD Christophorusschule Königswinter. Linus und Jorin sind sich sicher: „Wir machen weiter.“ Keiner könne sich vorstellen aufzuhören. Es mache einfach Freude. Ein Wermutstropfen: Das Umfahren eines Hindernisses hat nicht so gut geklappt, so das Trio. Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen: Zügig diskutierten die Jungen erste Lösungswege.

Beide Disziplinen bieten alltagstaugliche Anwendungen

Die Generalprobe findet seit 2007 jährlich im Deutschen Museum statt. „So lebendig soll Museum sein“, sagte Leiterin Andrea Niehaus. Lob kam auch von CJD-Lehrer Winfried Schmitz. „Seit Weihnachten haben wir einen Roboter-Staubsauger zu Hause, der besser ist als ich“, sagte er mit einem Schmunzeln. Im Grunde sei die Programmierung der Rescue-Roboter der beim Staubsauger ähnlich, das Fußballspiel gleiche der Programmierung einer Müllsortierungsanlage. Beide Disziplinen böten alltagstaugliche Anwendungen.