Verein Bürger.Bad.Godesberg: Schüler setzen sich für Bad Godesberg ein

Verein Bürger.Bad.Godesberg : Schüler setzen sich für Bad Godesberg ein

Mit Vorträgen, Konzerten und Diskussionen bringt sich der Verein Bürger.Bad.Godesberg immer mehr im Leben des Stadtbezirks ein. Nun engagiert er sich auch beim Leitbildprozess – und mit ihm 19 Schüler der Otto-Kühne-Schule.

Entsprechend geschäftig sah es aus: Papierstapel, Kladden und Stift lagen verstreut auf den Tischen, an den Wänden pappten Karten mit Ideen und Kritik. Zum Beispiel zum Thema Alltag eines Jugendlichen: Jakob und Yasser (beide zwölf) beschrieben ihren Schulweg und gaben wie die anderen Kommentare zu den Freizeitmöglichkeiten ab. Das „ruhige Plittersdorf“ mit seinen „netten Menschen“ und den „vielen Bussen“ kam gut weg. In Lannesdorf finden die Schüler zwar einen Sportplatz, aber dafür wenig Geschäfte. Das ist anders in der City, aber dafür liegt dort viel Müll herum, so eine Feststellung.

Die Workshopteilnehmer zogen mit ihren Handykameras auch durch den Kurpark. Florian (13) findet das Schachfeld gut. „Doch es sollte deutlich mehr geben“, so der gleichaltrige Moritz: Es wäre toll, wenn man sich Fuß- und Basketbälle an Automaten ausleihen könnte und es dafür Spielflächen gäbe. Auch der Spielplatz müsse besser ausgestattet und offener sein. Sofia sorgt sich um die Sicherheit, wenn nachts im Park Jugendliche feiern, Alkohol und Drogen konsumieren. „Wenn ein Mädchen schreit, weiß man nicht, ob das Freude oder Angst bedeutet“, so die 14-Jährige. Abd Al Hanan Shikhhamee (19) freut sich, dass es bereits viele Veranstaltungen im Park gibt, es könnten seiner Meinung aber noch mehr sein.

Zum Abschluss sammelten alle ihren Ausblick auf 2030 – eine Mischung aus Wünschen und Befürchtungen. Die Jugendlichen schrieben „keine heruntergekommenen, gefährlichen Gegenden“ und „die Läden verschwinden wegen Onlinehandel“ auf die Zettel. Wenn es nach ihnen geht, fahren weniger Autos herum, dafür mehr Fahrräder, E-Mobile und Busse. Einigen sind nette Nachbarn, moderne Architektur und die Einrichtung von Jugendzentren wichtig. Jemand wünschte sich sogar eine Rutsche von der Godesburg bis ins Tal. Wie schon bei den Erwachsenen bei der ersten Leitbildkonferenz, nehmen Christoph Eisele und Barbara Zillgen vom Planungsbüro Jansen die Vorschläge zur Auswertung mit. „Es ist schön, dass der Workshop konzentriert einen ganzen Vormittag ging“, sagte die Geografin.