Mehlemer Schmuck- und Uhrmachergeschäft Wilke: Schmuckgeschäft nach Überfällen geschlossen

Mehlemer Schmuck- und Uhrmachergeschäft Wilke : Schmuckgeschäft nach Überfällen geschlossen

Mit einem extrem kleinen, doch sehr feinen Flohmarkt hat das traditionsreiche Mehlemer Schmuck- und Uhrmachergeschäft Wilke am Wochenende seine Türen geschlossen. Vom Schock des letzten Einbruchs vor einem Jahr hat sich das Ehepaar Wilke nicht erholt.

Im Oktober 2014 drangen nachts unbekannte Täter trotz umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen ein und räumten den Laden leer. Dem waren vier Raubversuche und ein Überfall 2009 vorausgegangen.

"Seit einem Jahr haben wir keine Nacht mehr ruhig geschlafen. Wir können mit dieser Gefahr und Angst so nicht weiterleben", erklärte die Besitzerin und reichte einem Nachbarjungen ein blaues Modellauto, das als Deko diente und nun für vier Euro ein Kinderherz höher schlagen lässt. "Wir schließen das Geschäft und machen hinten in einem Raum mit der Werkstatt weiter", ergänzte sie. Mit dem Erlös des Flohmarkts wird die Stiftung "Lichterzellen" unterstützt. Eine junge Stiftung, die 2013 von Hans-Jürgen Riegel anlässlich der Erkrankung seiner Tochter Melanie an der seltenen, aber sehr gefährlichen Blutkrankheit PNH (Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie) und an AA (Aplastische Anämie), einer Knochenmarkdisfunktion, gegründet wurde.

Melanie (25), mittlerweile schwanger und strahlend, hatte das große Glück, in ihrem Bruder einen geeigneten Spender zu finden. Somit wurde sehr bald eine Knochenmarktransplantation vorgenommen. Nur etwa ein Mensch von einer Million erkrankt an PNH und AA. "Seltene Krankheiten haben meist keine große Lobby, sie stehen nicht im Fokus der Wissenschaft und der pharmazeutischen Industrie", so Melanie Riegel.Insofern finanziert die Stiftung Öffentlichkeitsarbeit und Forschung.

Mehr von GA BONN