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Rüngsdorfer Panoramabad "Rüngsi" in Bonn öffnet wieder nach Corona-Pause

1000 Besucher testen Betrieb : So verlief der erste Tag im Rüngsdorfer Freibad

Eine lange Besucherschlange zog sich bei sommerlichen Temperaturen entlang des Rüngsdorfer Panoramabads. Die Badegäste, die währenddessen schon im kühlen Nass planschten, konnten sich wahrlich glücklich schätzen.

Leonie und Milena Musa haben es durch die Einlasskontrollen des Rüngsdorfer Freibads geschafft. Nun sind die beiden Schwestern auf dem Weg zum Wasser. „Bis jetzt finde ich die Verhältnisse hier schon gut. Wir haben eben auch Abstand gehalten“, erzählt Leonie. Milena findet es schade, dass nur wenig Menschen zur selben Zeit in das Freibad dürfen. „Wir hätten gerne Freunde mitgenommen.“ Leonie sorgt sich wiederum um ihre Großmutter: „Unsere Oma ist wirklich bei jedem Wetter hier schwimmen, aber es fällt ihr echt schwer, jetzt Karten zu bekommen.“ Gegenüber Jüngeren fällt es älteren Menschen schwerer, online Tickets zu organisieren, so die Bonnerin.

Christin Tröger und ihr Freund haben sich nahe des Schwimmbeckens niedergelassen. Die neuen Sicherheitsbestimmungen findet Tröger sinnvoll, sieht aber auch noch Entwicklungspotential. „Ich finde die begrenzte Besucherzahl gut, aber in der Warteschlange hatte ich den Eindruck, dass sich die Gäste nicht immer an den Sicherheitsabstand halten.“ Dass es ungewohnt viel Platz auf der Wiese und im Wasser gibt, findet Tröger hingegen sehr schön.

Das sieht auch eine Familie so, die gerade schwimmen war. „Das Schwimmerlebnis ist klasse und auch die Kinder konnten im Wasser spielen“, berichtet der Vater. Auch die neuen Regeln seien in Ordnung. „Beim Einkaufen gibt es die Regeln ja auch.“ Daniel Georgeochieng und Klaudia Robak finden die Regeln hingegen nutzlos. „Im Wasser trifft man doch eh auf andere Badegäste“, sagt Georgeochieng. Und Robak ergänzt: „Im Wasser achten ja nur wenige auf Abstand.“

Zwei Wochen Testbetrieb unter Pandemie-Bedingungen

Das hat Sport- und Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger bisher nicht beobachten können. „Alle Mitarbeiter und Badegäste sind super diszipliniert und halten sich an die Regeln“, lobt sie. „Wir haben jetzt alle Becken im Betrieb und auch die Sprungtürme sind offen“, so Stefan Günther, Leiter des Stadtsportamts. Er habe heute für das neue Konzept auch schon von einigen Gästen positives Feedback erhalten, so Günther.

(Dieses Video ist Teil einer Kooperation von WDR und GA.)

Mit dem „Rüngsi“ öffnet das erste Bonner Freibad seine Pforten. Nun folgt ein zweiwöchiger Testbetrieb unter Pandemie-Bedingungen. „Wir wollen lernen, wie das Konzept funktioniert und wo es womöglich noch angepasst werden muss – etwa in der Frage, wie Menschen, vor allem ältere, an Tickets kommen, die keine Erfahrung mit dem Internet haben“, erläutert Schneider-Bönninger.

Wie viel die Karten für das „Rüngsi“ kosten

Am Mittwoch bekamen Badegäste die Gelegenheit, online Karten zu erwerben. „Das begrenzte Kontingent war schnell ausverkauft“, berichtet Günther. Erwachsene zahlen 2,50 Euro, Kinder 1,50 Euro, Gruppenkarten kosten sechs Euro. Saison- oder Tageskarten gibt es hingegen nicht. Der Verkauf läuft außerdem nur unter Angabe von Kontaktdaten.

Maximal dürfen 500 Personen gleichzeitig im „Rüngsi“ sein, daher wurde der Badebetrieb in drei Zeitblöcke aufgeteilt: Die Frühschwimmer kommen von 6.30 bis 9 Uhr – aber nur unter der Woche, nicht an Wochenenden und Feiertagen. Danach gibt es die Blöcke 10 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr. In den Zwischenzeiten müssen alle Badegäste raus, dann werden vor allem die Umkleiden und Duschbereiche desinfiziert. Zudem müssen sich die Besucher auf geltende Sicherheitsauflagen einstellen: In Wartebereichen, sowohl vor den Bädern, ist eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Am Freitag (Stand 12 Uhr) wurden bereits 1150 Tickets verkauft.

Welche Regeln im Freibad gelten

Erwachsene sollen einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten, auch im Wasser. Für Kinder gelten die gleichen Ansagen wie auf Spielplätzen. Man könne Kontakte nicht ausschließen, solle aber aufmerksam bleiben, so Günther. Die Ansteckungsgefahr im Wasser sei hingegen gering. „Das Virus soll im Wasser nicht übertragen werden, soweit wir wissen“, sagt er. Vor dem Kassenbereich, in den Umkleiden und in den Toiletten sind Desinfektionsspender für die Badegäste angebracht.

Die Einzelumkleiden können genutzt werden, Sammelumkleiden bleiben hingegen geschlossen. „Auch nicht jedes Schließfach steht zur Verfügung.“ Die Nutzung von Duschen und Toiletten ist nur unter Einhaltung des Mindestabstands möglich. Die auf Sitzbänken, Rutschen und Sprungtürmen angebrachten Abstandsmarkierungen müssen eingehalten werden. Des Weiteren informieren Hinweisschilder und Aushänge über die Verhaltensregeln.

Die Wellenbadfunktion im Römerbad und der Strömungskanal im Panoramabad bleiben außer Betrieb. Kioske und Restaurants dürfen hingegen unter Beachtung der Infektionsschutzregelungen öffnen.

Wann die anderen Freibäder in Bonn öffnen

Nach dem „Rüngsi“ werden ab dem 30. Mai das Römerbad, das Hardtbergbad, das Melbbad und das Freibad Friesdorf öffnen. Da im Ennertbad in Beuel derzeit Pumpenanlagen saniert werden müssen, wird dieses erst ab dem 1. Juli in Betrieb gehen können. Die Freibadsaison endet voraussichtlich am 30. August 2020. Danach werden die Hallenbäder geöffnet. Bei schönem Wetter könnte der Freibadteil des Hardtbergbades länger in Betrieb bleiben. Wie die Stadt mitteilte, habe sich nach dem ersten Betriebstag gezeigt, dass der schnellste und kontaktfreie Weg das Vorzeigen eines ausgedruckten Tickets ist. Tickets gibt es hier: www.bonn.de/baeder