Rüngsdorf: Stadt bringt ÖPNV-Kissen an der Seufertstraße an

Verkehr ins Rüngsdorf : Stadt bringt ÖPNV-Kissen an der Seufertstraße an

Die Stadt hat auf der Straße sogenannte ÖPNV-Kissen angebracht, um den Verkehr zu beruhigen. Die Messungen an der Straße hatten ergeben, dass sich nur acht Prozent der Fahrer an das vorgegebene Tempo 30 halten.

Polizei und Stadt sind sich einig: Auf der Seufertstraße wird zu viel gerast. Beide hatten Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt, die zu diesem Ergebnis kamen. Schon im April 2018 hatte die Stadtverwaltung angekündigt, dem mit sogenannten ÖPNV-Kissen zu begegnen. Aber erst auf Nachfrage des Bürgerbundes Bonn in diesem Herbst wurde reagiert. Seit Ende November sind diese Kissen auf der Fahrbahn angebracht, die Markierung dazu soll noch diese Woche folgen.

ÖPNV-Kissen? Die werden laut Presseamt als Verkehrsberuhigung überall dort angebracht, wo Busse fahren. Die Erhebungen gehen nicht über die komplette Straßenbreite, sondern sind schmal genug, dass Busse ungebremst darüber hinwegfahren können. Normale PKW, die in der Regel schmaler sind, müssen langsamer werden. Dadurch ergibt sich dem Presseamt zufolge der gewünschte verkehrsberuhigende Effekt.

Der ist an der Seufertstraße dringend geboten, wenn man sich die Zahlen der Geschwindigkeitsmessung der Stadt anschaut. Die 2012/13 angebrachten Parkplatzmarkierungen, die an einigen Stellen die Fahrbahn einengen, hatten scheinbar nicht den gewünschten Effekt: Von 6161 Fahrzeugen, deren Tempo an vier Tagen gemessen wurde, hielten sich demnach nur 490 (8 Prozent) an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer. 3982 Autos (65 Prozent) waren bis zu 20 Stundenkilometer zu schnell und 1689 (27 Prozent) fuhren sogar noch schneller.

Über das Thema wird in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 11. Dezember gesprochen. Dort geht es auch um Markierungen, die an Bushaltestellen in der Seufertstraße vorgenommen wurden. Dort wurde im Juli stadtauswärts „BUS“ auf die Haltebucht gepinselt, stadteinwärts und in anderen Straßen aber nicht.

Marcel Schmitt vom Bürgerbund will in einer Großen Anfrage zum Thema wissen, welchen Hintergrund das hat und was das gekostet hat. Denn ihm zufolge fahren seit Jahren keine Busse mehr durch die Seufertstraße, sondern nur noch Anruf-Sammel-Taxis. Darüber hinaus sei eine solche Markierung im gesamten Stadtgebiet nicht durchgängig üblich. Eine Stellungnahme der Verwaltung dazu liegt noch nicht vor.