Eingang zur U-Bahn-Station: Rolltreppe in Bad Godesberg weiter ohne Dach

Eingang zur U-Bahn-Station : Rolltreppe in Bad Godesberg weiter ohne Dach

Seit November ist die Rolltreppe an der Alten Bahnhofstraße nicht zu benutzen. Die Stadtwerke können nichts für die Verzögerung, da das Land die Genehmigung für den benötigten Schwerlasttransport nicht erteilt.

Das Dach, das die Stadtwerke Bonn (SWB) über den Rolltreppen an der Alten Bahnhofstraße installieren wollen, lässt auf sich warten. Ende Oktober 2018 hatte die Bezirksvertretung dem Vorhaben zugestimmt, am 5. November ging es los. Ende November, Anfang Dezember sollte nach Auskunft der SWB alles fertig sein. Doch von der Überdachung ist bisher noch nichts zu sehen. Das soll sich laut SWB-Sprecher Michael Henseler spätestens zum 22. Februar ändern.

Doch wie kam es zu der Verzögerung von fast drei Monaten? Die vorbereitenden Arbeiten „wurden planmäßig und termingerecht ausgeführt“, so Henseler. Doch dann gab es Probleme beim Transporttermin. Denn die sogenannte Zugangsüberdachung „wird als vollständig vorgefertigte und beschichtete Konstruktion an ihren Bestimmungsort geliefert“, erklärt Henseler. In der Fußgängerzone angekommen, werde sie „mittels Schwerlastkränen auf dem Haltestellenzugang aufgesetzt“. Da die Dachkonstruktion sehr groß und sehr schwer sei, müsse diese per Schwerlasttransport nach Bad Godesberg gebracht werden. Dies bedeute einen „enormen logistischen Aufwand“, unter anderem müsse der Transport beim Land beantragt werden. Dies bedeute ein „umfassendes Genehmigungsverfahren“, so Henseler.

Veranstaltungen und Baustellen verhinderten den Transport des Daches

Und genau dort lag das Problem. Eigentlich sollte der Schwerlasttransport Ende November 2018 rollen. Doch das Land habe ihn kurzfristig abgesagt. „Die ausführende Firma hat sich daraufhin intensiv um einen Ersatztermin Anfang Dezember bemüht“, beschreibt Henseler. Der aber kam nicht zustande: Wegen zahlreicher Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit sowie diverser kleinerer Baustellen auf der Transportstrecke sei dieser ebenfalls nicht final genehmigt worden, so Henseler. „Seitens der SWB sowie der beteiligten Firmen wurde daraufhin die Baustelle winterfest hergerichtet, im Teilbereich geräumt und der Haupttreppenlauf für den öffentlichen Personenverkehr freigegeben“, berichtet der SWB-Sprecher.

Spätestens zum 22. Februar soll das Dach stehen, allerdings ist laut Henseler nach wie vor alles abhängig von der Transportgenehmigung. Die zuständige Firma stimme sich momentan mit den Behörden ab. „Die Dachlieferung sowie das Aufsetzen und Montieren ist derzeit für die sechste Kalenderwoche ab dem 4. Februar avisiert.“ Im Anschluss daran stehen Restarbeiten zum Beispiel an der Pflasteroberfläche an.

Wie berichtet, soll die Überdachung nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Rolltreppen vor Regen und Schnee schützen. Diese müssen dann laut Stadt nämlich weitaus seltener gewartet werden. Bei der Gestaltung greifen die Stadtwerke auf Altbewährtes zurück. Optisch erinnert die Überdachung an die Haltestellen an der B 9 wie beim Juridicum. Sie verfügen nach Auskunft von Henseler genau wie diese unter anderem über integriertes LED-Licht.

Wie aus einer Verwaltungsvorlage hervorgeht, liegen die derzeitigen geschätzten Kosten bei weniger als 1500 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Damit blieben die Stadtwerke unter der Förderhöchstgrenze. Deshalb trägt der Nahverkehr Rheinland 85 Prozent der Kosten. Den Rest zahlen die Stadtwerke Bonn.

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