Experten referieren : So klappt das Busfahren mit Rollator in Bonn

Die Stadtwerke Bonn und Polizei informieren am Rollatortag NRW und bieten praktische Übungen für Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind.

Der Rollator gibt den Menschen ein Stück Freiheit zurück, die auf eine Gehhilfe angewiesen sind. Trotzdem wagen sich viele Betroffene nicht, Bus und Bahn zu benutzen, weil sie sich unsicher fühlen. Unter dem Motto "Einsteigen bitte" boten 22 Kommunen am Rollatortag NRW die Gelegenheit zum Üben am Objekt. Auf dem Theaterplatz beantworteten Mobilitätsfachfrau Ute Schlömer von den Stadtwerken Bonn und neun Auszubildende der Verkehrsbetriebe Fragen und halfen bei den ersten Schritten.

"Wir haben hier einen Bus ohne Erhöhung oder abgesenkten Einstieg als Übungsobjekt", sagte Schlömer, denn dies sei für Rollatornutzer der Worst Case. "Wer das schafft, der schafft auch alle anderen Ein- und Ausstiege", erklärte die Fachfrau. "Hier kann jeder üben, bis er es schafft. Gerne auch mehrfach." Wichtig sei, dass sich die Menschen sicher fühlten.

Eine Menge Tipps hatte auch Lydia Rick vom SWB-Team bekommen. "Früher habe ich mich immer auf die Notsitze gesetzt, aber da hat man so wenig Halt", sagte sie. "Man kann einfach den Rollator abstellen und sich auf den Sitz vor den Türen setzen." Dass man dort nicht immer, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, Platz macht, erlebte Bibigul Ansary. "Die Leute stehen nicht auf oder sagen, setz dich auf deinen Rollator!" In diesem wie vielen anderen Fällen, in denen Hilfe gebraucht wird, sollten sich die Betroffenen an den Fahrer wenden, sagte Schlömer und meinte: "Mobilitätseingeschränkte Menschen haben bei der Sitzplatzwahl immer Vorrang."

Polizei erklärt den Schutz vor Dieben

Sich tatsächlich auf den Rollator setzen sei keine Alternative, weil der während der Fahrt zu schnell kippen könne und damit keine Sicherheit biete. Es gebe allerdings einige Möglichkeiten, von vornherein unschöne Situationen zu vermeiden, so Schlömer. "Man kann schon, wenn der Bus heranfährt, Augenkontakt mit dem Fahrer aufnehmen und möglichst winken. Dann weiß der Bescheid, dass Hilfe gebraucht wird."

Philipp Weidmann (17), auszubildender Berufskraftfahrer, fand die Aktion gut. Mit seinen Kollegen zeigte er, wie man den Rollator beim Einsteigen ankippt, anstatt ihn hochzuheben. Danach müsse man die Gehhilfe sichern, damit man sich selbst beim Einsteigen an den Türgriffen festhalten könne. Das Aussteigen funktioniere quasi genau umgekehrt.

"Das Rückwärts-Aussteigen ist für einige gewöhnungsbedürftig. Es ist aber sicherer, weil man sich festhalten kann und den Rollator nicht heben muss", erläuterte Schlömer. Welche Möglichkeiten es gibt, sich beim Ein- und Aussteigen vor Dieben zu schützen, erklärte die Polizei nebenan. "Wenn man Wertsachen unbedingt mitnehmen muss, dann sollte man die am Körper tragen, nicht in der Handtasche", so die ehemalige Hauptkommissarin Helene Fuhrmann.

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