Ausstellung im Wissenschaftszentrum: Rolf Mallat zeigt neue Ausstellung in Bad Godesberg

Ausstellung im Wissenschaftszentrum : Rolf Mallat zeigt neue Ausstellung in Bad Godesberg

Rolf Mallat zeigt seine Ausstellung „Gegenüber“. Das zentrale Thema seiner Werke ist immer der Mensch. Stilbrüche, abstrakte Bildelemente, historische- und kunsthistorische Zitate sieht man nebeneinander und ineinander angeordnet.

„Eigentlich hätte ich sofort gesagt: Das mach ich nicht“, sagte Künstler Rolf Mallat bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Gegenüber“ am Donnerstagabend im Casino des Wissenschaftszentrums. Es ist das erste Mal, dass der Bonner in einer Kantine ausstellt.

Es seien die Wände gewesen, die Mallat letztendlich überzeugt hätten. „Manche Bilder konnte ich noch nie zusammen aufhängen“, so der Bonner. Ein Beispiel sind drei Damen in historischen Situationen, alle Drei sind bei der Arbeit. Eine blonde Frau pfuscht beim Bemalen eines Kriegsfliegers. Am rechten Rand verliert sich die bildliche Darstellung in einem abstrakten Streifen, der an einen Strichcode erinnert. Zweiter Weltkrieg trifft auf die Moderne des 21. Jahrhunderts: „Meine Bilder zeigen paradoxe Räumlichkeiten, rutschen zwischen verschiedenen Zeitebenen“, erklärt Mallat. Das zentrale Thema seiner Werke ist immer der Mensch. Stilbrüche, abstrakte Bildelemente, historische- und kunsthistorische Zitate sieht man nebeneinander und ineinander angeordnet – sie ergeben „Bildstörungen“.

Figürliche Kunst ist wieder angesagt

„Ich besitze 40.000 bis 50.000 Fotos“, gesteht der Bonner Künstler. Mit diesen Fotos beginnt die konzeptionelle Arbeit des Künstlers. „Daran merke ich, wie alt ich bin“, so Mallat. Manchmal beneide er die jungen Künstler, die sofort loslegen, schnell und ungestüm drauflosmalen. Mallat will zur Reflexion über unser menschliches Dasein anregen. Und musste deshalb auch manchmal Kritik in Kauf nehmen. „Ich habe Brüche in meiner Karriere, die unklug waren, wenn man eben die Käufer nicht vor den Kopf stoßen will“, erklärte der Maler. Es seien innere Zwänge gewesen, die zu einer starken Veränderung seiner Kunst geführt hätten, sagt er.

In den 80er Jahren war abstrakte Kunst hoch geschätzt, während die figürliche Kunst unter großen Druck geraten war. „Ich habe immer das gemacht, was ich wollte“, sagte Mallat nicht ohne Stolz. Heute sei bildliche Malerei im Fokus, und auf vielen abstrakten Werken liege schon ein bisschen Staub.

„Meine Bilder brauchen Zeit, um wirklich in ihre Tiefe vorzudringen“, erklärt Mallat. Und auch wenn er es über sich selbst nicht sagen möchte, bestätigen die Gäste der Ausstellungseröffnung immer wieder: „Je länger ich mir deine Bilder anschaue, desto besser gefallen sie mir.“Die Bilder sind zu den Öffnungszeiten montags bis freitags 8 bis 19 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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