„Stark deformiert und einsturzgefährdet“: Reparatur am Entlastungskanal in Mehlem beginnt

„Stark deformiert und einsturzgefährdet“ : Reparatur am Entlastungskanal in Mehlem beginnt

Das Tiefbauamt hat damit begonnen, den beschädigten Kanal in der Meckenheimer Straße 26 bis 28 zu reparieren.

Es scheint so, als würde es immer wieder neue Hiobsbotschaften rund um den Bau des Mehlemer Entlastungskanals geben. Der Vortrieb der großen Rohre – ihr Innendurchmesser beträgt 2,60 Meter – hatte den Kanal in der Meckenheimer Straße vergangene Woche stark beschädigt.

Nach Auskunft von Stefanie Zießnitz vom Presseamt werden derzeit auf einer Länge von 25 Metern Rohre eingezogen, um eine provisorische Wasserhaltung zu schaffen. Noch am Dienstag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, der für die kommenden Tage angesagte Regen sollte also keine Probleme bereiten.

„Das reparierte Teilstück wird über zwei zusätzlich eingerichtete Schächte an den vorhandenen Kanal angeschlossen“, erklärt Zießnitz. Spätestens Ende der Woche werde dann die Oberfläche geöffnet und mit der Kanalsanierung begonnen. Damit der Kanal nicht weiter beschädigt wird, werde „der Straßenoberbau in den kommenden Tagen entfernt“. Dafür seien Sperrungen notwendig, das Tiefbauamt habe Kontakt zu den betroffenen Anwohnern aufgenommen. Diese können die Straße über die Domhofstraße verlassen.

Die Stadt vermute, „dass die Firma beim Vortrieb auf Findlinge gestoßen ist“, so Zießnitz. Diese seien wohl gegen den Kanal in der Meckenheimer Straße gedrückt worden. „Im Vorfeld haben wie bei jeder Kanalbaumaßnahme Probebohrungen stattgefunden.“ Diese könnten jedoch nur punktuell durchgeführt werden. „Ein Restrisiko, dass größeres Gestein im Untergrund unbemerkt bleibt und nicht sondiert wird, besteht immer.“

Erst am Montag wurde der Kanal in der Meckenheimer Straße genauer inspiziert. Der Kanal sei „stark deformiert und einsturzgefährdet“, hieß es in der Mitteilung. Das städtische Tiefbauamt habe bereits Mitte vergangener Woche das betroffene Areal absperren lassen, „um weitere Belastungen zu vermeiden“. Denn auf der Straßenoberfläche waren bereits einzelne Risse und Absackungen zu sehen.

Der Bau des Entlastungskanals

Beim Bau des Entlastungskanals, den das Tiefbauamt seit November 2015 errichten lässt, gibt es noch weitere Probleme. So scheinen die Arbeiten an der Meckenheimer Straße/Ecke Rolandswerther Straße nahe der Bahnunterführung schon seit einiger Zeit zu stocken. Geplant ist, dass der Kanal dort die Gleise unterquert, das Rohr also unterirdisch vorangetrieben wird.

Doch noch immer sind sich die Deutsche Bahn (DB) und die Stadt nicht einig über das Wie. Zwar habe man bereits im August 2014 und im Januar 2015 die „sinnvollste Querung“ abgestimmt, auch liege die Genehmigung zur Querung der Bundesbahnstrecke seit September 2015 vor. Allerdings erteilte die DB dennoch keine Genehmigung für die Ausführungsvariante.

Deshalb erarbeitete die Verwaltung nach eigenen Angaben ab Ende 2016 eine Alternative, eingebunden war auch ein Prüfstatiker des Eisenbahnbundesamtes. Doch auch diese Variante wurde abgelehnt.

Nun muss die Trassenführung laut Stadt verändert und eine zusätzliche Baugrube eingerichtet werden. Die jüngste Variante wird derzeit noch von der DB geprüft. Dennoch werde der Kanal wie geplant vor der Starkregensaison 2018 fertig, so die Stadt.

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