Nagetiere rund ums Aennchen: Rattenalarm in den Straßen von Bad Godesberg

Nagetiere rund ums Aennchen : Rattenalarm in den Straßen von Bad Godesberg

Es bedarf nicht mehr der Dunkelheit oder warmer Temperaturen, bis die Ratten in Bad Godesberg aus ihren Löchern kommen. Ein GA-Leser hat die Nagetiere jetzt am helllichten Tag rund um das Aennchen entdeckt.

Mittlerweile sind sie die Ratten nicht mehr nur am Bad Godesberger Rheinufer unterwegs. Rund um das Aennchen, am helllichten Tag, sichtete ein GA-Leser jüngst einige Nagetiere, auch am Fußgängerüberweg an der Moltkestraße, in der Nähe der Unterführung zur Rheinallee, sind sie ab und an zu sehen.

Wie viele Ratten es in Bad Godesberg genau gibt, kann die Stadt nicht sagen. Nur so viel: "Experten gehen davon aus, dass in Städten pro Einwohner ein bis zwei, teilweise mehr Ratten im Untergrund leben", so Andrea Schulte vom städtischen Presseamt. Das gelte dann auch für Bonn. Schaue man, wo der Stadt Rattenbefall gemeldet wird, gehe man davon aus, "dass die Rattenpopulation in Bonn in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben ist".

Wo sich die Ratten am liebsten aufhalten, kann man nicht pauschal sagen. Manchmal sind an einige Stellen viele unterwegs, die plötzlich verschwinden – und umgekehrt. Dann tauchen sie an Orten auf, wo sie vorher noch nie gesehen wurden. Grundsätzlich aber gilt: Im Sommer werden mehr Ratten gemeldet als in der kalten Jahreszeit, so Schulte. Das hat zwei Gründe: Zum einen seien die Menschen länger draußen und beobachteten deshalb mehr Nagetiere. Zum anderen finden diese mehr Nahrung – und vermehren sich dadurch stärker.

Bürgerdienste und Tiefbauamt kümmern sich

Die Bürgerdienste (für oberirdisch gesichtete Ratten) und das Tiefbauamt (für die Kanalisation) kümmern sich um den Rattenbefall, eine eigens dafür eingesetzte Spezialfirma ist in ihrem Auftrag dafür zuständig, dass die Population eingedämmt wird. Alle drei Jahre wird der Auftrag zur Rattenbekämpfung öffentlich ausgeschrieben, die Kosten liegen für diesen Zeitraum bei 185.000 Euro, also rund 61.666 Euro pro Jahr.

Bislang wurden die Kanäle stadtweit mit Ködern bestückt, und zwar in Abständen von 18 Monaten. "Durch die Änderung der Biozidverordnung ist jedoch eine flächendeckende Bekämpfung nicht mehr möglich", so Schulte. Außerdem hätten Köder, die die Tiere nicht angefressen haben, zu "unnötigen Mehrkosten geführt". Daher habe man sich entschieden, das Verfahren umzustellen. So werden nun nur noch Köder ausgelegt, wo Ratten gesichtet wurden.

Oberirdisch liegen diese in Köderstationen, die mit Warnhinweisen versehen sind. Außerdem sind sie so konzipiert, dass Personen oder andere Tiere – Hunde, Katzen oder auch kleinere Tiere – nicht an das Gift gelangen können, das sich darin befindet. "Es werden ausschließlich vom Bundesinstitut für Risikobewertung zugelassene Bekämpfungsmittel eingesetzt", so Schulte. Liegen die Köder einige Zeit, nimmt die Firma sie erneut unter die Lupe. Wurden sie angefressen, wird nachgelegt. Sind sie wie neu, werden sie entfernt.

Auch Bürger können mithelfen

Doch auch die Bürger können mithelfen, die Rattenpopulation zu verringern. Um ihnen möglichst wenig Nahrungsquellen zu bieten, sollten laut Stadt keine Essensreste in die Toilette geworfen werden. Abfälle sollten nur in geschlossenen Behältern gelagert werden, Gelbe Säcke für die Tiere nicht erreichbar sein.

Wer Ratten auf Straßen, in Parks oder am Rheinufer – also oberirdisch – gesehen hat, kann sich unter (0228) 772545 oder online an die Stadt wenden.

Wer vermutet, dass sich die Nagetiere in der Kanalisation oder in Gullys befinden, wählt die (0228) 774140.