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Verkehr in Wachtberg : Radwege in Wachtberg sollen zusammengeführt werden

Verkehr in Wachtberg : Radwege in Wachtberg sollen zusammengeführt werden

Der Ausschuss für Infrastruktur will die Strecke für Radler entlang der L123 bis zum Gut Holzem verlängern. Die Kosten liegen bei 500.000 Euro. Konkret geht es um zwei Teilstücke, beide zusammen rund 660 Meter lang.

Beim Ausbau des Radwegsystems gibt es aus Sicht von Andreas Stümer, Sprecher des ADFC in Wachtberg, noch einiges zu tun. Konkret fordert die ADFC-Ortsgruppe, dass die in den letzten Jahren beschlossenen Lückenschlüsse im Wachtberger Radnetz so schnell wie möglich umgesetzt werden. Vor allem plädiert er dafür, „den bestehenden, aber im Nichts endenden Radweg von Berkum an der L 123“ bis zum Gut Holzem zu verlängern und „über zum Teil noch auszubauende Wirtschaftswege nach Arzdorf und Fritzdorf zu führen“. Die Forderung könnte im kommenden Jahr angepackt werden: Auf der letzten Sitzung des Infrastruktur-Ausschusses stellte Ralf Sebastian, der Mitarbeiter eines Erfstadter Ingenieurbüros ist, die Pläne für eine entsprechende Maßnahme vor.

Konkret geht es um zwei Teilstücke, beide zusammen rund 660 Meter lang. Auf dem Weg könnten die Radler dann zukünftig von Berkum aus kommend zunächst auf dem sogenannten Bürgerradweg neben der L 123 in Richtung Arzdorf fahren. Vor dem Haus Holzem würden sie dann auf das zweite Teilstück nach rechts einbiegen, um den alten Gutshof sicher und entfernt von der L 123 zu umfahren. Hinter dem Haus Holzem würde der Weg dann in einen alten, aber asphaltierten Wirtschaftsweg münden, auf dem die Fahrt dann in Richtung Arzdorf beziehungsweise Fritzdorf weitergehen könnte.

Laut Verwaltungsvorlage hatte das Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen im Mai das Radewegprogramm für 2019 vorgestellt: Bestandteil war dabei auch der Bürgerradweg zwischen Berkum und Gut Haus Holzem. „Aufgrund der mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW abgeschlossenen Verwaltungsvereinbarung beteiligt sich das Land NRW mit einer Summe in Höhe 150.000 Euro“, heißt es dazu weiter in der Verwaltungsvorlage. Der Teil der Strecke hinter Gut Haus Holzem wird laut Christian Pohl, Leiter des Fachbereiches Infrastruktur, von der Bezirksregierung Köln über das Programm Nahmobilität gefördert. Insgesamt rechnet er mit Kosten in Höhe von 500.000 Euro, um die beiden Lücken zu schießen.

Beide Teilstücke haben laut Pohl für die durch Wachtberg verlaufende Radwegeroute 2 „eine enorme Bedeutung“. Seitens der Verwaltung sei daher geplant, beide Maßnahmen gemeinsam auszuschreiben. Bei idealem Verlauf könnte mit dem Bau im Herbst begonnen werden. Die Schwierigkeit ist aus Sicht von Pohl jedoch noch: „Beide Maßnahmen fördertechnisch auf den Punkt zu bringen, wenn man 2020 bauen möchte, ist tatsächlich ein Herausforderung.“

Wachtbergs ADFC-Sprecher Andreas Stümer, steht am zukünftigen Abzweig des Radweges vor dem Haus Holzem. Foto: Axel Vogel

In dem Zusammenhang wies Ausschussmitglied Volker Gütten allerdings daraufhin, dass selbst wenn der geplante Lückenschluss des Radwegs am Haus Holzem fertig ist, sich schon kurz dahinter die nächste Lücke auftut: „Richtung Arzdorf fehlt noch ein Stück asphaltierter Wirtschaftsweg.“ Das hatte bereits der Wachtberger ADFC-Vorsitzender Stümer bei früherer Gelegenheit moniert. Gütten fragte daher in Richtung Verwaltung, ob man dieses Stück nicht mit in den Ausbau der Wirtschaftswege aufnehmen könnte. Laut Verwaltungsexperte Pohl sei das jedoch ein Problem, „weil ein solcher Eingriff auch ökologisch wieder ausgeglichen werden muss“. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung einstimmig, in dieser Richtung weiter zu planen.

Darüber hinaus bleibt aus Sicht von Radfachmann Stümer auch an anderer Stelle noch einiges zu tun: Neben dem auch schon vom Rhein-Sieg-Kreis beschlossenen Fuß/Radweg an der K58 (Wachtbergring), mit dem das Berkumer Einkaufszentrum endlich auch für Radfahrer und Fußgänger aus Richtung Villip erreichbar wird, verweist er vor allem auf eine noch fehlende Verbindung im Radverkehrsnetz: „Die würde mit dem Fuß-/Radwegen an der K 14 zwischen Ließem und Lannesdorf und der K 57 zwischen Gimmersdorf und Villip die dann noch verbliebenen zwei gefährlichsten Netzlücken schließen.“