Radfahren in Bad Godesberg: Radler uneins über geplantes Parkhaus

Radfahren in Bad Godesberg : Radler uneins über geplantes Parkhaus

Der Plan eines „Radhauses“ stößt auf geteilte Meinung. Manch einer würde das Geld lieber in die Verbesserung der Wege investieren.

Ein automatisiertes Parkhaus für Fahrräder am Bad Godesberger Bahnhof? Es gebe doch Wichtigeres, meint ein älterer Radfahrer am Rheinufer auf Höhe der Godesberger Autofähre. „Die sollten sich lieber mal um die Fahrradwege kümmern“, brummt er. Die seien in sehr schlechtem Zustand.

Die Idee eines Fahrradparkhauses findet Elvira Resch-Beckers, die der GA ebenfalls zum Thema Radfahren in Bad Godesberg befragte, dagegen gut. „So etwas vermisse ich in Aachen.“ Dort wohnen sie und Ehemann Rolf, zurzeit sind sie aber mit den Fahrrädern auf dem Weg den Rhein hinab bis ins nördliche Bayern. Nach einem Zwischenstopp in der Jugendherberge auf dem Venusberg radelten sie am Ufer entlang und passierten auch die Autofähre.

„Es gibt zu wenig Radplätze, die bewacht sind“, sagte Elvira Resch-Beckers. Gerade für E-Bikes sei das aber nötig. „Wahrscheinlich würden dann mehr Menschen mit dem Rad in die Zentren fahren.“

Wohin mit dem E-Bike?

Gertrud Langer tut das, wann immer sie kann. „Ohne Rad bin ich gar nichts mehr“, sagt die Seniorin. Sie hat ein ricgutes im Keller stehen, aber es ist zu schwer. „Das wiegt 19 Kilo, ich kriege es nicht die Treppen hochgetragen.“ Also fährt sie mit ihrem älteren, unscheinbaren Damenrad, das sie im Münsterland günstig in einem Fahrradgeschäft erworben hat. Ein E-Bike hätte sie ja schon gerne. „Aber wo soll ich das hinstellen? So ein teures Fahrrad kann man nicht draußen stehen lassen.“

Davon hält Edith Niche aus Pech gar nichts. Für sie steht der sportliche Aspekt des Fahrradfahrens im Vordergrund. Außerdem komme man besser voran: „Kein Stau, kein Mief.“ Es gebe viele, die wie sie von Wachtberg mit dem Rad nach Bad Godesberg fahren: Der Bahnhof sei nicht weit, die Rheinfähre auch nicht. Das Radhaus, das hinter dem Bahnhof am Von-Groote-Platz gebaut werden soll, hält sie für eine sehr praktische Einrichtung, für Pendler wie Studenten.

Bessere Fahrradständer gewünscht

Zu letzteren gehört Georg Weigele, der das Radhaus befürwortet, in dem er sein gutes Rad sicher unterbringen könnte. Praktisch wäre das auch, „wenn man mal über Nacht weg ist“. Dem Muffendorfer Heiko Harms würde es zu lange dauern, erst auf die andere Seite des Bahnhofs zu fahren. Er werde sein Rad auch weiter vor dem Bahnhof abstellen, „das ist günstiger für mich“. Dort würde er sich bessere Fahrradständer wünschen. Ansonsten habe er als Fahrradfahrer an den Bedingungen in Bad Godesberg nichts auszusetzen.

Auch Dagmar Kochmann aus Bornheim braucht den Fahrradparkplatz nicht. Sie hat ein „Bahnhofsfahrrad“, das sie schon seit 20 Jahren fährt und hauptsächlich zwischen ihrem Zuhause und dem Bahnhof Sechtem nutzt – manchmal nimmt sie es aber in der Bahn mit nach Bad Godesberg. „Das haben wir gekauft, als wir etwas Stabileres für einen Kindersitz brauchten“, sagte sie. Wegschmeißen wolle sie es nicht. „Solange etwas noch funktioniert, nutze ich es.“ Und erst recht würde sie sich kein E-Bike anschaffen. „Wer gesunde Beine und Knie hat, sollte das lassen“, ist sie überzeugt. Für die, die dadurch überhaupt erst mobil würden, sei das aber gut.

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