Rigal'sche Wiese in Bonn: Protest gegen Zirkusgastspiel in Bad Godesberg

Rigal'sche Wiese in Bonn : Protest gegen Zirkusgastspiel in Bad Godesberg

Die Stadt Bonn stellt dem Zirkus "Charles Knie" Vorstellungen auf der Fläche in Aussicht. Aber es bestehen Sorgen, die Wiese könnte Schaden nehmen. Die Politik protestiert.

Es könnte sein, dass es im kommenden Jahr auf der Rigal'schen Wiese wieder "Manege frei" heißt. Die Stadt nämlich stellt dem Zirkus Charles Knie in Aussicht, im Juli 2020 dort zu gastieren – für voraussichtlich zwölf Tage. Doch es regt sich Widerstand gegen das Vorhaben. In einem Dringlichkeitsantrag für die nächste Ratssitzung fordert die Linke, dass der Rat über den abzuschließenden Pachtvertrag entscheidet. Und dem Zirkus das Gastspiel untersagt.

Denn, so die Begründung, nur so könnte die Riga als Naherholungsgebiet gesichert und Platzschäden vermieden werden. Außerdem sollten Entscheidungen über die Nutzung des Bad Godesberger Areals künftig in der Bezirksvertretung fallen und nicht in den Händen der Verwaltung liegen, meint die Linke.

Die Wiese könnte stark in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn sie mehrere Tage durch einen Zirkus genutzt werde, heißt es in dem Antrag. Doch selbst, wenn das Unternehmen sämtliche Schäden beseitigen oder für deren Behebung bezahlen würde, "wird hierdurch der Naherholungszweck gerade im Hochsommer längere Zeit erheblich beeinträchtigt". Das aber sei nicht hinnehmbar. Denn die Rigal'sche Wiese werde gerade in den warmen Monaten ausgiebig von den Bad Godesbergern genutzt, argumentiert die Linke.

Rückenwind erhalten die Politiker von den meisten Fraktionen. Man habe im Dezember 2017 schlechte Erfahrungen mit dem Bonner Weihnachtscircus gemacht, erinnert sich Monika Heinzel (Grüne). Nach dessen Gastspiel war die Wiese stark beschädigt worden, die Beseitigung der Furchen und die Einsaat des Rasens zogen sich hin (der GA berichtete). Die Riga müsse frei bleiben, schließlich sei sie für "Sport und Erholung der Godesberger vorbehalten", so Marcel Schmitt (Bürger Bund Bonn), der die Zuständigkeit für künftige Nutzungsentscheidungen ebenfalls bei der Bezirksvertretung sieht. "Es gibt genug andere Plätze in Bonn, es muss nicht die Riga sein", meint Schmitt.

Prüfen ob Zirkus angrenzenden Parkplatz nutzen kann

Das sieht Wolfgang Heedt (FDP) genauso. Auch er plädiert dafür, dass die Wiese frei bleiben müsse. Einzige Möglichkeit: Zu prüfen, ob der Zirkus den angrenzenden Parkplatz nutzen könnte. Allerdings fielen dann Pendlerparkplätze weg, außerdem gebe es ohnehin schon Probleme mit der Drainage. "Das ist also auch kritisch zu sehen", so Heedt. Die Bezirksvertretung solle nach einer gründlichen Debatte entscheiden, meint auch Helmut Redeker (SPD). Dass massive Schäden zu erwarten seien, könne man zwar blind unterstellen. Allerdings solle man nicht pauschal sagen, dass man das Gastspiel nicht wolle. "Vielmehr muss man abwägen."

Er sei dafür, dass der Zirkus in Godesberg Halt mache, sagt hingegen Bezirksbürgermeister und CDU-Ratsherr Christoph Jansen. "Dieses Großevent wäre wichtig für Bad Godesberg." Schließlich wolle man lebendig sein und große Veranstaltungen in den Stadtbezirk holen. Zwar könne die Wiese in Mitleidenschaft gezogen werden, diese Schäden müssten dann beseitig werden. Generell aber wäre das Zirkusgastspiel "eine wichtige Bereicherung", so Jansen.

"Ich kann alle beruhigen", sagt Sascha Melnjak, Direktor des Zirkus Charles Knie. Im Sommer könne nichts passieren. "Wir haben keine Schlammschlacht wie in den Herbst- und Wintermonaten." Er sei seit 20 Jahren im Zirkusgeschäft und "wir haben noch nie größere Schäden gehabt". Sollte es wider Erwarten welche geben, werde man diese umgehend beseitigen, meist innerhalb von zwei bis drei Tagen. Und: "Wir sind ein renommierter Zirkus und hinterlassen stets Kautionen bei den Städten." Darüber hinaus habe man die Plätze in der Vergangenheit so hinterlassen, wie man sie vorgefunden habe. Und werde dies auch weiterhin tun.

Die Ratssitzung findet am Donnerstag, 26. September, im Stadthaus, Berliner Platz, statt. Beginn: 18 Uhr.

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