Stadthalle in Bad Godesberg: Prinz Markus I. und Godesia Kerstin feiern Proklamation

Stadthalle in Bad Godesberg : Prinz Markus I. und Godesia Kerstin feiern Proklamation

In Sachen Bühnenerfahrung war das neue Bad Godesberger Prinzenpaar seinen Mitstreitern gestern Abend einige Schritte voraus. Prinz Markus I. (Knieps) weiß als Lannesdorfer Kinderprinz von 1988, wie man das närrische Zepter schwingt und das Publikum begeistert.

Auch Godesia Kerstin (Silberling) machte eine glänzende Figur wie einst als Tanzmariechen. Die Röcke sind natürlich länger, und ein Spagat muss im Ornat auch nicht sein. Aber mit ihrer herzlichen, charmanten Art hatte die Godesia die jecken Untertanen sofort auf ihrer Seite. Dass die Stadthalle zur Proklamation wieder ausverkauft war, lag auch an den vielen Fans des Prinzenpaares, das einen regelrechten Triumphzug hinlegte und mit Konfettikanonen empfangen wurde.

Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke fegt nicht nur mit neuen Ideen durch den Stadtbezirk, sie griff auch auf der Bühne zum Staubwedel. Wollte sie die großen Fußspuren ihrer Vorgängerin Annette Schwolen-Flümann wegwischen, die sich im Lauf der Jahre als äußerst wandelbares Bühnentalent entpuppt hatte? Geschickt machte sich die "Seiteneinsteiger-Bürgermeisterin" auch noch zum "Karnevalsreden-Lehrling", der an seinem Gesellenstück arbeitet.

Auf der Bühne hatten sie den heldenhafte Arminius an ihrer Seite. Sich vom Zugleiter zum Präsidenten befördern zu lassen, kam angesichts des plötzlichen Personalmangels an der Festausschussspitze tatsächlich einer Heldentat gleich. Armin Weins hob feierlich zur Proklamation an: "Die Federn sind des Prinzen Würde." Seine blonde Assistentin entgegnete: "Und wo soll ich mir die hinstecken?" Nachdem die richtige Seite der Prinzenmütze gefunden war, wechselten dann auch noch Kette und Hänneschen zum neuen Regenten.

"Jetzt will ich aber der Frau auch was schenken. Wo bleibt denn hier die Frauen-Quote?", meckerte Stein-Lücke und durfte dafür auch der Godesia ihr Ehrenzeichen, die Brosche, anstecken. Freunde, Familien, Fans und als Sträflinge kostümierte Kollegen jubelten dem Prinzenpaar zu, das jetzt nach dem Motto "Ahl un jung schlagen de Trumm" kräftig auf die Pauke hauen möchte. "Dieser Einmarsch war Tausend Mal schöner, als man es sich vorstellen konnte", dankte der Prinz und die Godesia sprach von Gänsehautgefühl.

Auf der Bühne gab es dann noch ordentlich Kasalla. Die Kölner Band ist seit ihrem Superhit "Piraten" aus dem Karneval nicht mehr wegzudenken und hat schon vor Höhnern, Brings und Silbermond gespielt. Auch tänzerisch stand bei der Godesberger Proklamation einiges auf dem Programm: Die Herren vom Schnäuzer-Ballett aus Dellbrück hatten sich ebenso angekündigt wie die atemberaubenden Flugkünstler der Kölner Luftflotte.

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