Haribo in Bonn: Plan für Museum und Erlebnispark ist geplatzt

Haribo in Bonn : Plan für Museum und Erlebnispark ist geplatzt

Eine Woche vor der traditionellen Kastanientauschaktion gibt es Neuigkeiten aus dem Hause Haribo. So will das Unternehmen seine süßen Produkte demnächst in einem Ladenlokal in der Innenstadt anbieten. Vom Tisch sind dafür jedoch Pläne für ein Haribo-Museum auf dem Werksgelände im Godesberger Norden.

Es ist ein Ladenlokal am Neutor 3, also zwischen Martinsplatz und Kaiserplatz, in dem das Bonner Traditionsunternehmen in wenigen Monaten seinen ersten "City-Shop" weltweit eröffnen will. Ein konkreter Eröffnungstermin stehe noch nicht fest, geplant sei dieser jedoch für die nächsten Monate, teilte Unternehmenssprecher Marco Alfter mit.

Zuletzt war in dem Ladenlokal ein asiatisches Schnellrestaurant untergebracht gewesen. Die Fruchtgummipreise in der Innenstadt sollen laut Marco Alfter denen im weiterhin bestehenden Werksverkauf in Bad Godesberg entsprechen. Während dort täglich auch Großmengen über den Ladentisch gehen, soll Am Neutor vor allem die Laufkundschaft zum Zuge kommen.

"Als alteingesessenes Unternehmen bewegen wir uns ein Stück auf die Bonner zu", verweist Marco Alfter auf den Faktor Identität. Zugleich haben die Kessenicher Bonbonkocher aber auch die zahlreichen Touristen im Visier, denen der Bummel über Münsterplatz, Poppelsdorfer Allee und durch den Hofgarten künftig zusätzlich versüßt werden soll.

Die Marke Haribo als Touristenmagnet - das wird es im Süden Bonns allen bisherigen Verlautbarungen und bereits fortgeschrittenen Planungen zum Trotz nun doch nicht geben. Die Pläne für ein Museum mit Erlebniswelt sind geplatzt.

"Es hat Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister gegeben. Ergebnis aus unserer Sicht war, dass die behördlichen Auflagen hinsichtlich erforderlicher Parkplätze, Verkehrsführung und Lärmschutz den Aufwand aus unserer Sicht zu hoch haben erscheinen lassen", sagt der Firmensprecher. Ein unterschwelliger Seitenhieb gegen die Wirtschaftspolitik der Stadt? "Das können Sie lesen, wie Sie wollen", bleibt Alfter unscharf.

Die Stadt reagierte gestern ahnungslos auf die Nachricht, dass das Unternehmen von seinem Vorhaben abgerückt ist. Eine Absage sei dort noch nicht angekommen: "Die Verwaltung steht den Überlegungen sehr positiv gegenüber und hat mit Haribo erste Gespräche unter anderem zu planungs- und denkmalrechtlichen sowie erschließungstechnischen Fragen geführt", ließen Bauordnungsamtsleiter Willy Dormagen und Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe mitteilen.

Ein Großteil der alten Backstein-Werkshallen an der Friesdorfer Straße ist inzwischen abgerissen worden. Was aus dem rund 15.000 Quadratmeter großen Firmengelände werden soll, steht laut Unternehmenssprecher Alfter in den Sternen.

Kastanien-Aktion
Thomas Gottschalk als Juror: Am Donnerstag und Freitag, 18./19. Oktober, können jeweils ab 7 Uhr bei Haribo an der Friesdorfer Straße nach alter Tradition wieder Kastanien gegen Süßigkeiten eingetauscht werden. Mit dabei ist am Donnerstag zwischen 11 und 11.30 Uhr auch der Fernsehmoderator Thomas Gottschalk.

Der Haribo-Werbepartner prämiert die originellsten Teilnehmer, die sich mit besonders kreativen Kastanientransportmitteln oder ausgefallenen Kostümen hervortun. Der Siegerfamilie winken aus dem Haribo-Sortiment 90 Kilo extra.

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