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Foodsharing, Zero Waste, Slow Food: Pennenfelder Stadtteilkonferenz informiert rund um die Umwelt

Foodsharing, Zero Waste, Slow Food : Pennenfelder Stadtteilkonferenz informiert rund um die Umwelt

Bei der Pennenfelder Stadtteilkonferenz drehte sich diesmal alles um die Umwelt. Initiativen wie foodsharing, Zero Waste oder Slow Food boten Teilnehmern Workshops und Vorträge.

Um Umwelt und Nachhaltigkeit drehte sich am Samstag alles in der Johannes-Rau-Schule. An der vierten Pennenfelder Stadtteilkonferenz beteiligten sich zahlreiche Initiativen und Organisationen wie foodsharing, Zero Waste, Slow Food oder Climate Reality mit Infoständen, Workshops und Vorträgen. Auf die Beine gestellt wurde die Veranstaltung wie immer vom Quartiersmanagement. Finanzielle Unterstützung gab es durch die Caritas-Kampagne „vielfalt – viel wert“.

Großen Besucherandrang verzeichnete man während des Nachmittages nicht, schließlich hatte man mit harter Konkurrenz wie dem Karneval, dem angenehmen Wetter oder der Fußball-Bundesliga zu kämpfen. „Wir machen das nicht für die großen Massen, wir freuen uns über jeden, der kommt“, erklärte Quartiersmanager Frank Wilbertz. Diejenigen, die kamen, waren aber  umso interessierter und konnten anschließend eine Menge mitnehmen.

Neben Informationen und neuen Bekanntschaften auch Handfestes. Etwa kostenlose Leckereien am Stand von foodsharing oder selbstgemachtes Peeling, garantiert ohne Mikroplastik. Speziell zu diesem Thema hielt der Verein Abenteuer Lernen parallel zum Hauptprogramm einen Workshop für Kinder ab. In diesem wurden umweltschonende Alternativen zu herkömmlichen Pflegeprodukten selbst hergestellt. Den Kindern konnte somit spielend aufgezeigt werden, wie viel Mikroplastik eine Portion handelsübliches Körperpeeling beinhaltet.

Plastik findet man heutzutage nicht nur im Grundwasser oder den Eisschichten der Antarktis, selbst im menschlichen Körper wurde es nachgewiesen. „Wir wissen heute noch überhaupt nicht, was das in unserem Körper macht“, erklärte Malaika Fehlert von Abenteuer Lernen.

Ziel des Vereins ist es, Kinder bereits im frühen Alter durch experimentelle Praxis für einen bewussten Umgang mit der Umwelt zu sensibilisieren. An der Herstellung einer farbenfrohen, wohlriechenden und obendrein umweltfreundlichen Seife hatten die Kinder viel Freude.

Nebenan gab Energieberater Stephan Herpertz von der Verbraucherzentrale Tipps und Infos rund um das Thema Energiesparen.  Eine weitere Attraktion für Kinder, aber auch für Erwachsene, war das Anfertigen eines „Insektenhotels“ unter der Obhut von Achim Huhn. „Das wird ein kleiner Unterschlupf für Bienen, Ameisen oder Schmetterlinge“, erklärte der Umweltpädagoge und fügte hinzu: „Die Kinder sind echt gute Schrauber.“

Gleichzeitig fanden sich engagierte Bürger zu einem weiteren, äußerst intensiven, Workshop zusammen. Im ersten Stock wurden zur Kernfrage „Wie gestalten wir unseren Stadtteil grüner?“  derart viele Ideen und Diskussionsbeiträge gesammelt, dass der angesetzte Zeitrahmen völlig überschritten wurde. Ein wichtiger Punkt war das erhöhte Müllaufkommen, vor allem in der Nähe der Schulen. „Das geht überhaupt nicht gegen die Schüler. Aber Fakt ist, dass auf den Schulwegen besonders viel Müll aufzufinden ist“, erklärte Wilbertz. „Pennenfeld ist der Stadtteil mit der größten Schuldichte bundesweit“, fügte Laura Krebs vom Quartiersmanagement hinzu. „Wir brauchen mehr Mülleimer und Entsorgungsmöglichkeiten.“

Ein Problem, dem man auch andernorts Herr werden will. Zu diesem Zweck veranstaltet Bonnorange, ebenfalls bei der Konferenz vertreten, am 14. März den Aktionstag „Bonn-Picobello“. In Zusammenarbeit mit Zero Waste werden die Bonner Bürger aufgerufen und dabei unterstützt, „die Straßen, Parks und Grünflächen gemeinsam ein wenig aufzuräumen“, wie es Andreas Osinski von Bonnorange beschrieb.